02.05.2018, 09:15 — Kategorie: Verein, Spielberichte

Ein erster Schritt Richtung Klassenerhalt

Landesliga-Fußballerinnen verschaffen sich im Abstiegskampf etwas Luft


Nach 168 Tagen kommen die Südwest-Damen endlich wieder zu einem Meisterschaftssieg. Mit dem 5:2 (2:1) gegen SC Stetternich 1908 rücken sie auf den neunten Tabellenrang vor, den sie bis Saisonende behaupten müssen, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Denn die neue eingleisige Zweite Liga zeigt Auswirkungen bis in die untersten Klassen. So wird auch noch der schwächere Zehnte der zwei Landesligastaffeln in die Bezirksliga absteigen müssen. Bis dahin sind noch fünf Spiele zu absolvieren, fünf Chancen auf Punkte. Am nächsten Sonntag kommt es zum Aufeinandertreffen mit dem Tabellennachbarn SC Dirmerzheim (17.00 Uhr, Sportanlage Unterer Komarweg).

Noch lange nach Abpfiff saßen große Teile der Südwest-Mannschaft in der Frühlingssonne vor dem Sportheim. Die Geburtstagsmuffins von Sarah Demond kreisten, dazu gab es Reissdorf. Die Stimmung war gut, auch wenn kaum jemand mit der eigenen Leistung zufrieden schien. Der Druck bei den Spielerinnen war hoch gewesen in den letzten Tagen. Im Abstiegskampf waren zwei Sechspunkte-Spiele in Folge vertan worden. Doch nun waren es einmal nicht sie selbst, sondern die Gegner aus Jülich, die enttäuscht die Sportanlage verließen. Es war insgesamt keine überzeugende Leistung der DJK-Elf, doch nur das Resultat zählte unter dem Strich. Ein wichtiges Zeichen nach den herben Enttäuschungen der Vorwochen.

Aber nach einem solch‘ guten Ende sah es zu Beginn nicht aus. Denn die Rot-Schwarzen starteten fahrig. Die lange Serie von Misserfolgen steckte den Spielerinnen ganz offensichtlich in den Trikots. Sie wirkten unsicher, wurden viel zu schnell nervös. Dennoch gelang ihnen früh die Führung: Frederike Greis bewies, dass sie nach ihrer monatelangen Auszeit nichts verlernt hat, erlief einen durch die Schnittstelle gespielten Ball und überwand die Stetternich-Torfrau im direkten Duell (23. Minute). Kurz darauf handelten die Kölner nach einer gegnerischen Ecke unentschlossen und kassierten im Durcheinander den Ausgleich (28.). Die Südwest-Trainer stellten daraufhin zentral und rechts um, was zu mehr Stabilität führen sollte. Wenig später kam Hannah Meyer in der Spitze durch und zielte mit der Pike links unten ins Netz (36.) - es stand 2:1. Auch die Gäste erarbeiteten sich noch Chancen, so dass der Vorsprung zur Pause eher glücklich war.

Für die zweite Hälfte forderte das Kölner Trainerteam mehr Selbstbewusstsein und konsequentes Zweikampfverhalten. Diese Ansage zeigt Wirkung, Südwest war überlegen. Es dauerte nicht lange, bis Charlotte Patzner die Gäste-Torfrau umkurvte und aus spitzem Winkel zum 3:1 einschob (48.). Wer nun von einer beruhigenden Führung ausging, sah sich freilich getäuscht: Die Stetternicher zeigten plötzlich mehr Leidenschaft und trieben die DJK-Defensive zu Fehlern. So schaffte die aus ihrer Elf nicht nur körperlich herausragende Rebecca Scheer nach halbherziger Verteidigung der Kölner aus zehn Metern den Anschlusstreffer (50.). Der Tabellenletzte setzte nun nach, band die Südwestler in deren Hälfte und war dem Ausgleich nahe. Ein Freistoß der Gäste aus dem rechten Halbfeld landete - wo sonst? - bei Rebecca Scheer, die das Tor mit der Fußspitze um Zentimeter verfehlte (56.). Die Rot-Schwarzen verhielten sich passiv in dieser Phase, sie standen zu tief und in der Mittelzone taten sich Lücken auf.

Doch dann kam der Moment ihrer Kapitänin: Jule Schillings hatte in der Innenverteidigung immer wieder Löcher stopfen müssen. Sie schien es leid zu sein, das Ding musste jetzt klargemacht werden. Und so rauschte sie beim nächsten Konter mit Topspeed nach vorne. Charli hatte links ihre Bewacherin ausgetrickst und flankte von der Grundlinie nach innen, wo Jule gerade ankam und aus fünf Metern in die Maschen köpfte (66.). Diese Zwei-Tore-Führung war die Entscheidung, auch wenn die Jülicher keineswegs aufgeben wollten. Doch geordnete Angriffe brachten nur noch die Rot-Schwarzen zustande, angetrieben vor allem von der starken Chiara Minasso auf dem rechten Flügel. Und als die gerade eingewechselte Eva Pampe kühlen Kopf behielt und unter der herauseilenden Torfrau einschob, war die Erleichterung bei den Südwest-Mädels groß (76.). Dass sie die Schlussphase ohne die verletzte Leonie Hölzle (82.) zu zehnt bestreiten musste, hatte keine Bedeutung mehr.

Unsere Südwest-Elf: Franziska Küchenberg - Leonie Hölzle, Jule Schillings, Lena Mai, Marie Lansing - Sarah Demond (30. Chiara Minasso), Paulina Verspohl, Kristin Schröer, Charlotte Patzner (80. Stefanie Weinstock) - Hannah Meyer, Frederike Greis (76. Eva Pampe).


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