16.11.2017, 14:14 — Kategorie: Verein, Spielberichte

Erfolg beim Kleinfeld-Kick

Südwest-Fußballerinnen lösen schwierige Aufgabe in Schleiden-Gemünd


Erstmals seit Wochen konnte Südwest wieder drei Punkte einfahren. Beim 2:0 (0:0) gegen den Aufsteiger aus Gemünd bedurfte es allerdings einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Die DJK-Elf konnte ihre technischen Vorteile auf dem engen Kunstrasenfeld zunächst nicht ausspielen und hätte durchaus in Rückstand geraten können. Erst nach taktischen Umstellungen übernahm sie die Kontrolle und holte einen am Ende ungefährdeten Sieg. Das nächste Meisterschaftsspiel findet am kommenden Sonntag statt (15.00 Uhr, Unterer Komarweg). Gegner ist das Spitzenteam SC West Köln.

Stolz waren die Verantwortlichen vom SV Nierfeld, als sie sich im Sommer 2010 dank „Konjunkturpaket II“ und 2.600 Stunden Eigenarbeit einen Kunstrasenplatz hingestellt hatten. Nicht mehr als 360.000 Euro kostete die Sache, man hatte geschickt verhandelt. Doch um in diesem Rahmen zu bleiben, durfte das Spielfeld nicht allzu groß ausfallen. Auf eine 94 Meter Länge und 53 Meter Breite verständigte man sich. Das war allemal besser als der alte Ascheplatz. Doch die so entstandenen 4.982 Quadratmeter haben ihre Tücken. Immerhin sind es 30% weniger ist als Bundesliga-Standard und selbst bei den Amateuren sind deutlich größere Flächen die Regel. Denn nur fünf, sechs Meter liegen in Nierfeld zwischen Strafraumgrenze und Seitenlinie, womit das Spiel in die Breite ausfällt. Und die 60 Meter zwischen den beiden Sechzehnern sind von gestandenen Männern schon mit einem locker getretenen Ball zu überwinden.

Die Damen der Sportgemeinschaft Oleftal, die diesen Sportplatz mitnutzen, wissen längst, worauf es hier ankommt. Sie haben sich auf die besonderen Bedingungen des engen Platzes eingestellt und eine Erfolgstechnik entwickelt: Als A-Juniorinnen wurden sie 2014/15 Mittelrheinmeister, als „Frauen“ dann Kreis- und vergangene Saison sogar Bezirksmeister. Nun, in der Landesliga angekommen, haben sie bereits sechs Punkte gesammelt - davon fünf auf dem heimischem Kleinfeld. Kein Wunder, das man sich bei den Kölner Gästen auf eine schwierige Kiste eingestellt hatte.

Fünf Minuten lief die Uhr und Südwest hatte schon zwei haarsträubende Fehlpässe produziert, die die Eiflerinnen Celine Hilgers (2. Minute) und Lea Mehren (5.) jedoch nicht nutzten. Die DJK-Innenverteidigung begriff noch nicht, dass der gewohnte einstudierte Aufbau mit Verlagerungen links wie rechts  bei diesen Platzverhältnissen aussichtslos ist. Denn der freie Raum nach hinten und zur Seite war regelmäßig so knapp bemessen, dass sich die Kolleginnen nicht absetzen konnten und kaum anspielbar waren. Die rotgekleideten Gastgeber brauchten einfach nur mutig nach vorne zu schieben, um die Kölner Hintermannschaft bei eigenem Ballbesitz in Verlegenheit zu bringen.

Trotzdem versuchte Südwest, die Aufgabe spielerisch zu lösen. Doch nach drei, vier Stationen endete jede Kurzpassfolge beim Gegner; das Zentrum war völlig verstellt. Denn auf einer Breite, wo sich normalerweise 16 schmächtige D-Junioren gegenüberstehen, bearbeiteten sich hier 20 athletische Frauen. Zweikampfhärte und der hohe Ball in die Spitze, das waren die taktischen Rezepte der Eifeler. Zudem hatten sie in Carolin Wolter eine aufmerksame Schlussfrau, die jeden noch so raffinierten Pass durch die Schnittstellen ihrer Abwehr mühelos abfing. So blieben die Oleftaler über die gesamte erste Halbzeit das gefährlichere Team: In der 18. Minute musste ein Kopfball von Gianna Linden von Südwest-Kapitänin Jule Schillings von der Torline gekratzt werden, dann verpasste die eingewechselte Johanna Dardenne aussichtsreich vor dem leeren Kasten (35.) und schließlich schoss Celine Hilgers nach Stellungsfehler der Abwehr unbedrängt vorbei (44.). Die Kölner hatten neben dem Heber von Mareike Schröer, der knapp vorbeistrich (16.) nur eine Schusschance aus dem Rückraum, die Marilen Kosche aber nicht zu nutzen verstand (36.).

DJK-Trainer Sven Roth reagierte auf die Enge und gab die Anweisung, die Gastgeber in den zweiten 45 Minuten mit den eigenen Waffen zu schlagen. Tatsächlich spielte Südwest nun zügiger nach vorne. Und die eigenen Spitzen attackierten so konsequent, dass die Oleftaler Defensive keine kontrollierten Bälle mehr schlagen konnte. So dauerte es nicht lange bis zur Gästeführung: Eine Flanke von Charlotte Patzner nahm Mareike mit dem Rücken zum Tor an, worauf die Kugel zu Jana Viertel sprang, die mühelos einschieben konnte (51.). Der Druck von Südwest nahm jetzt zu. Zunächst konnte Jana einen perfekten Pass von Charli nicht verarbeiten (55.), dann traf ein strammer Schuss von Mareike die tapfere Oleftal-Keeperin am Kopf (57.). Die Entscheidung fiel, als Marilen überraschend über die Eifeler Innenverteidigung schippte. Jana gelang im zweiten Versuch das 0:2 - wenn auch unter Mithilfe von Verteidigerin Mona Reiners. Kurz darauf zog die zur Halbzeit gekommene Leonie Hölzle aus mittlerer Distanz ab, doch die Torfrau wehrte ab (75.). Spannend wurde es noch einmal, als der Schiedsrichter einen Handelfmeter für die Gastgeber pfiff. Lea Mehren verfehlte den Kasten (82.), so dass Südwest eine hitzige Schlussphase erspart blieb.

Unsere Südwest-Elf: Leonie Gawellek - Paulina Verspohl, Jule Schillings, Antonia Bexen (55. Marie Schottel), Marie Lansing (46. Leonie Hölzle) - Mareike Schröer, Ai Yoshiizumi, Leonie Schuh, Marilen Kosche, Charlotte Patzner - Jana Viertel (84. Zara Mansius).


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