19.03.2018, 10:20 — Kategorie: Verein, Spielberichte

Für eine neue Überraschung reichte es nicht

Südwest-Kickerinnen liefen früher Führung des Favoriten aus Heinsberg vergeblich hinterher


Eine Woche nach dem überraschenden Punktgewinn in Konzen musste sich die DJK-Elf gegen den nächsten Klub aus dem ersten Tabellendrittel geschlagen geben. Beim 0:1 (0:1) konnte sie die Damen von Viktoria Waldenrath/ Straeten zwar nicht ernsthaft fordern, doch zeigte sie trotz vieler personeller Ausfälle bis zum Schluss große Moral. Trainer Sven Roth bleibt zuversichtlich: Die Punkte sollen vor allem gegen diejenigen Vereine geholt werden, an denen man sich in dieser Saison leistungsmäßig orientieren muss. Das bereits zweimal verschobene Meisterschaftsspiel beim VfR Unterbruch soll jetzt am kommenden Sonntag, 25. März 2018, stattfinden - wenn das Wetter mitspielt.

Weltweit gilt Fußball als Nr. 1 im Teamsport. Ganz gleich, ob Champions League oder Kreisklasse D: Jeder einzelne ist wichtig, es zählt nur das Kollektiv. Und so gibt es nichts Schöneres als die gemeinsame Freude über Tor und Sieg. Und auch in der Niederlage ist man nicht allein. Die erfolgreiche Trauerarbeit in der Umkleidekabine ist Legende. Doch selbst im Fußball kommt es zu Situationen, in denen man mit sich selbst fertig werden muss. Die Einsamkeit des Schützen beim Elfmeter, der leichte Ball, der dem Torwart über die Hände ins Netz kullert, oder die Verzweiflung, wenn ein Spieler den Platz mit starken Knieschmerzen verlassen muss. So, wie Zara Mansius. Die Mittelfeldakteurin hatte sich vergangene Woche beim Gastspiel in Konzen im Zweikampf verletzt. Und während ihre Kameradinnen sich noch Tage später gerne an die Glanzparaden von Keeperin Franziska Küchenberg und die starke kämpferische Leistung aller Beteiligten erinnerten, beschäftigte sich Zara ausschließlich mit der Frage, ob sie irgendwie an einer Operation vorbeikommt, wie sie mit Krücken das Studium bewältigen soll und wann sie wieder gegen einen Ball treten wird.

Als sich Zara am Sonntagnachmittag auf der Ersatzbank niederließ, war ihr diese Belastung nicht anzumerken. Sie war optimistisch, trieb ihre Mitspielerinnen an. Doch nicht nur sie musste schnell feststellen, dass der Gegner sich einiges vorgenommen hatte an diesem Tag. Schon in der 3. Minute kamen die Viktoria-Damen aus zehn Metern zum Schuss und zwangen Franzi zu einem tollen Reflex. Schiedsrichter Johann Seidl hatte ein elfmeterreifes Foul einer Südwest-Spielerin nicht geahndet und auf Vorteil entschieden. Den Gastgebern gelang in dieser Phase einfach nichts. Schon an der Mittellinie kam es zu Ballverlusten und Fehlpässen, was die Gäste nur noch mutiger machte. Sie rückten nun komplett in die Südwest-Hälfte ein und besetzten alle Räume. Es schien nur eine Frage der Zeit bis zum ersten Treffer. An eine Flanke von Linksaußen Sonja Bürsgens kam dann Mara Plambeck am langen Pfosten mit dem Kopf nicht richtig heran, sodass die Kugel wie eine Kerze in die Luft ging und vor der Torlinie herunterfiel. Franzi stolperte bei dem Versuch zu fangen und die Gäste-Stürmerin grätschte entschlossen zur Führung ein (15.).

Der Tabellendritte schaltete etwas zurück, so dass Südwest vereinzelt über die linke Seite kommen konnte. Doch gefährlich waren unverändert nur die Heinsberger (23., 31.). Kurz vor der Pause musste Jule Schillings über 30 Meter fast wie Usain Bolt beschleunigen, um die allein auf den Kasten strebende Kim Dahlmanns gerade noch abzufangen (41.). Die Rot-Schwarzen kamen erst nach der Pause aussichtsreich nach vorne, doch Charlotte Patzner zielte aus acht Metern vorbei (51.) An den Kräfteverhältnissen auf dem Platz änderte sich nichts, denn nur Franzi mit ihren Torwartkünsten (48., 52.) und die schlechte Chancenverwertung des Gegners (61. Anna-Lena Wassermann) hielten die Kölner im Spiel. Dennoch hätte die Sache in den letzten 25 Minuten noch kippen können. Denn Kristina Wolters wehrte auf der Strafraumgrenze einen Schlenzer von Bernadette Ellmer mit der Hand ab (70.). Die Gäste, die sich über einen Elfmeter nicht hätten beschweren dürfen, verloren nun Ordnung und Kontrolle. So kamen die DJK-Mädchen spielerisch auf und wären einem Treffer sehr nahegekommen, … ja wenn man nur eine einzige echte Stürmerin auf dem Feld gehabt hätte. Beim Abklatschen an der Bank traf Zara den richtigen Ton: „Leute, es gibt schlimmeres als ein verdientes 0:1 …“.

Unsere Südwest-Elf: Franziska Küchenberg - Bernadette Ellmer, Jule Schillings, Leonie Schuh, Helena Hort - Sarah Demond, Hannah Meyer, Lisa Schwark (85. Antonia Bexen), Charlotte Patzner (60. Lena Mai) - Pauline Fey, Stefanie Weinstock.


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