15.03.2016, 10:18 — Kategorie: Fußball, Spielberichte

Kein Tag der leichten Treffer

Fußballdamen kassieren gegen Ülpenich erste Heimniederlage


Die eindrucksvolle Siegesserie der Südwest-Mädchen hat ein Ende gefunden. In einer phasenweise umkämpften Begegnung unterlagen sie den effizienteren Gästen mit 1:2 (1:0). Egal, wie die Meisterschaft ausgeht: Der Mitaufsteiger TuS Olympia Ülpenich wird die einzige Mannschaft bleiben, gegen die man in der laufenden Saison keinen einzigen Punkt erreicht hat. Das DJK-Team hält sich dank einem Spiel mehr an der Tabellenspitze der Bezirksliga. Erst am 3. April geht es weiter beim SV Sistig-Krekel (11.00 Uhr).

Wenn mit großem Aufwand herrliche Tore erzielt werden, stimmt im Fußball alles. Häufig ist es aber so, dass Leistung und Erfolg eben nicht zusammenfallen. Dass also trotz größter Anstrengung keine Treffer erzielt werden. Oder andersherum, dass dem Tor überhaupt kein Aufwand vorausgegangen ist. Dann spricht man vom Treffer „aus dem Nichts“, der Spielverlauf sei „auf den Kopf gestellt“ worden. Oder man lobt die „Effizienz“ und „Cleverness“.

Noch nicht einmal drei Minuten waren im Spiel vorüber. Ein hoher Ball überrascht die Ülpenicher Defensive. Rike Greis setzt nach, umkurvt die heraus stürmende Torfrau, den leeren Kasten halbrechts vor sich. Sie stolpert, kann sich fangen, verpasst aber den Moment, um mit links einzuschieben. Rike macht drei, vier schnelle weitere Schritte, entscheidet sich für den Außenrist und trifft aus spitzem Winkel nur den Pfosten (3. Minute). Kann passieren. Nur klar war mit dieser Situation, dass das Toreschießen an diesem Tag mit echtem Aufwand zu tun haben würde. Jedenfalls auf Seiten von Südwest.

Denn die Rot-Schwarzen sollten fortan nicht mehr so leicht vor das gegnerische Tor kommen. Die Gäste agierten aus einem gesicherten Abwehrverbund heraus. Hinter einer Box von Sechsern und Innenverteidigern gab Claudia Conrad den Ausputzer. Die Anfangsviertelstunde bot Fehler auf beiden Seiten. Südwest kam nicht zu einem geordneten Aufbau und Ülpenich versuchte, das Mittelfeld mit hohen Bällen zu überbrücken, die die Ideengeberin Sarah Klein zwar erreichten, aber nicht gefährlich weiterverarbeitet werden konnten. Erst allmählich entwickelte sich das von Südwest-Trainer Kneip geforderte Flügelspiel. Zunächst vor allem über rechts, wo Zarah Mansius für Charli Patzner am langen Pfosten servierte, doch Keeperin Ricarda Reinartz konnte die gut getroffene Kugel gerade noch aus dem rechten oberen Eck kratzen (20.).

Je mehr Südwest das Tempo anzog, desto anfälliger wurde die Gästeabwehr. Die Angriffe häuften sich und kamen nun auch über links. Jana Viertel wurde von Rosanna Rösen in Szene gesetzt, passte nach innen auf Rike, die sich für Sekunden von ihrer leidenschaftlichen Sonderbewacherin Sabine Breuer löste und nach Körpertäuschung zum 1:0 einschoss (26.). Zwei Minuten später marschierte Jana von links in den Strafraum und verzog aus aussichtsreicher Position. Kaum war alles wieder sortiert, schickte sie die besser postierte Rosanna, die aus vollem Lauf an den linken Pfosten knallte (30.). Die Vorentscheidung zugunsten der Kölner hätte jetzt fallen können. Doch plötzlich brach der Wirbel ab. Beide Teams schienen in stiller Übereinkunft eine zehnminütige Verschnaufpause einlegen zu wollen.

Südwest kam unverändert aus der Kabine, offensichtlich gewillt, die Sache spielerisch zu lösen. Doch die Gäste setzten nun ihre Kampfkraft dagegen, die sie in Ansätzen schon zuvor gezeigt hatten. Prompt kamen sie zu ersten Chancen: Mittelstürmerin Vanessa Schmitz drang in den Strafraum ein, doch ein DJK-Bein konnte im letzten Moment zur Ecke klären (51.). Doch bald sollte sie es besser machen. Sarah Klein war in der Mittelzone durchgegangen und hatte die Olympia-Stürmerin perfekt bedient. Weil sie von zwei Südwest-Verteidigerinnen mehr begleitet als bekämpft wurde und Ines Loll kurz vor der Torlinie wartete, konnte sie sich die Ecke zum 1:1 aussuchen (61.). Die Rot-Schwarzen nahmen nun doch den Kampf auf. Rike, die eingewechselte Clara Keller und wieder Jana kamen zu Chancen (69., 70., 71.), ohne die Ülpenicher Torfrau überwinden zu können. Wie es geht, zeigte wieder Vanessa Schmitz, die sich am rechten Flügel gegen Helena Hort durchsetzte und mit viel Selbstbewusstsein in die lange Ecke traf (74.)

Südwest war in diesem Moment geschlagen, denn der Akku war bei vielen Spielerinnen leer. Dennoch wäre das Unentschieden noch in der Nachspielzeit möglich gewesen, wenn die aufmerksame Ülpenich-Keeperin einen gefährlichen Freistoß von Rosanna nicht reaktionsschnell abgewehrt hätte. Es war eben kein Tag der leichten Tore.

 

http://www.fupa.net/berichte/djk-suedwest-koeln-damen-tus-olympia-uelpenich-1-12-10-425077.html


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