21.01.2016, 21:22 — Kategorie: Verein, Aufmacher

„Rote Karte“ für sexualisierte Gewalt

DJK Südwest Köln gibt sich umfassendes Präventionskonzept


Seit Jahrzehnten steht DJK Südwest Köln für ein breites Sport- und Bewegungsangebot für Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene. Nicht wenige finden im Verein neben der sportlichen Betätigung auch Raum für Gemeinschaftserlebnisse, neue Freundschaften und die Übernahme von Verantwortung. Ein besonderes Anliegen ist es, Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten, zu fördern und stark zu machen. Eine große Herausforderung, denn Sportvereine sind ebenso wenig frei von gesellschaftlichen Problemen wie alle anderen sozialen Gruppierungen.

Bereits vor längerer Zeit hat die Südwest-Mitgliederversammlung beschlossen, sich einer landesweiten Initiative anzuschließen, die sich zum Ziel gesetzt hat, körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt im Sport wirksam vorzubeugen und diese zu bekämpfen. Es sollen gemeinsam maßgeschneiderte Qualitätsstandards zur Prävention und Intervention entwickelt und innerhalb der Vereinsstruktur installiert werden. Zu den Trägern des sog. Qualitätsbündnis gehören neben dem  Landessportbund NRW und dem Sportministerium NRW die Sportjugend NRW, der Kölner Arbeitskreis „Rote Karte gegen sexualisierte Gewalt im Sport“, der Stadtsportbund Dortmund, die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW, der Kinderschutzbund NRW sowie die Deutsche Sporthochschule Köln.

Um sich diesem Anliegen dauerhaft zu verpflichten, hat der Verein geeignete Maßnahmen zum Schutz vor körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt im Sport in seine satzungsmäßigen Ziele aufgenommen (§ 2 Ziff. 3 Vereinssatzung).  Mit Andreas Schöllmann und Stephan Eckstein hat der Vorstand aus seinem Kreis zwei Präventionsbeauftragte benannt, die Gelegenheit hatten, an mehreren Weiterbildungen des Qualitätsbündnisses teilzunehmen. Nun gilt es, das Präventionskonzept schrittweise in den Verein zu tragen. Alle Akteure - vom Vorstand über die Trainer, Übungsleiter und Betreuer, zu den jungen wie alten Sportlern bis hin zu den Eltern - sollen eingebunden werden, wenn im Verein eine Kultur der Achtsamkeit und Wahrnehmung einzieht.

Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:

  • Einsicht in das erweiterte Führungszeugnis aller Vereinsverantwortlicher
  • Formulierung eines Ehrenkodex für alle Verantwortlichen
  • Aus- und Fortbildungen für Trainer-, Übungsleiter- und Betreuer
  • Einigung auf Verhaltensregeln im Umgang miteinander
  • regelmäßige Elterninformationen
  • Einrichtung von internen Anlaufstellen, Vernetzung mit Beratungsstellen
  • Erarbeitung von Interventionsregeln und Schutzkonzepten.

 

Ziel ist ein Miteinander, in dem mögliche Grenzverletzungen wahrgenommen und die Rechte von Kindern, Jugendlichen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen in besonderer Weise respektiert werden. Der Vereinsvorstand bedankt sich schon jetzt bei allen, die sich in den nächsten Monaten für dieses überaus wichtige Projekt engagieren.

Weitere Infos: www.rote-karte-koeln.de

Ansprechpartner bei Südwest:

Andreas Schöllmann: geistlicher.beirat@djk-suedwest.de

Stephan Eckstein: sportwart@djk-suedwest.de


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