04.10.2017, 18:20 — Kategorie: Verein, Fußball, Spielberichte, Volleyball, Judo, Basketball, Leichtathletik, Kindersport, Gymnastik, Gesundheit

Südwest-Mitglieder stellen Weichen für die Zukunft

Vorstandsprogramm „Perspektive 2020“ von Generalversammlung verabschiedet


Knapp zwei Stunden hatten die Mitglieder sich auf den neuesten Stand bringen lassen. Schatzmeister Reiner Thur erläuterte die mittelfristige Finanzplanung und warb für eine moderate Beitragserhöhung. Nun wurde lebhaft diskutiert. Es waren Fußballer der ersten Herrenmannschaft, die schon das aktuelle Beitragsniveau für zu hoch hielten. Woanders zahlten die Spieler weniger oder gar nichts; Verstärkungen seien unter diesen Umständen nicht zu bekommen. Vertreter der anderen Sportarten hielten dagegen: Die Beiträge seien bei vergleichbaren Klubs auch nicht niedriger. Und als Breitensportverein müsse man die Konkurrenzfähigkeit aller Angebote im Blick behalten. Übungsleiter seien zu den üblichen Honoraren in einigen Bereichen kaum noch zu finden. Man brauche finanzielle Spielräume, um die Arbeit fortführen zu können. Per Whatsapp hatten sich die Kicker verabredet, um die Beitragserhöhung zu Fall zu bringen. Und so strömten vor der Abstimmung plötzlich auch noch die vom Training verschwitzten Männer der zweiten Mannschaft in den prall gefüllten Clubraum. Kein einziges Argument hatten sie mitbekommen, nur "Nein" sagen sollten sie. Doch trotz dieser Absprachen stimmten 60% der Anwesenden, darunter auch andere Fußballer, für die neue Beitragsstruktur und machten den Weg frei für die vom Vorstand angestrebten Investitionen.

Worum es genau geht, hatte Vorstandsmitglied Klaus Meinel zuvor erklärt. Der Vorstand wolle den Verein zukunftsfest machen. „Wir sind inzwischen viel zu groß für rein ehrenamtliche Strukturen, doch die Alternative, ein professionelles Vereinsmanagement, können wir uns nicht leisten“, meinte er. Dafür müsse der Verein in Richtung 2.500 Mitglieder wachsen. Doch mit der zunehmenden Zahl von Aktiven müssten selbstverständlich auch neue Sportstätten hinzukommen. Daher wolle man sich mit den Sportangeboten in die benachbarten Stadtbezirke ausdehnen. Stabilere Abteilungsstrukturen und eine Verstärkung der Geschäftsstelle seien Voraussetzung dafür. Parallel dazu solle das positive Image des Vereins über die Soziale Medien stärker in die Öffentlichkeit gebracht werden. Dann müssten Sponsoren und Werbepartner gewonnen werden, um die finanzielle Basis auszuweiten. Diese sah zumindest im abgelaufenen Geschäftsjahr solide aus. Co-Schatzmeister Heiko Borgmann und Kassenprüfer Ralf Beckfeld präsentierten einen Überschuss von 74.000 Euro, für den jedoch Sondereffekte wie Zusatzbeiträge und Spenden für das Kunstrasenprojekt verantwortlich seien.

Begonnen hatte die Versammlung, zu der in der Spitze knapp 70 Mitglieder und Gäste erschienen waren, mit einer Rekordmeldung des Vorsitzenden Michael Kosche: Nie zuvor hätten im Verein so viele Aktive Sport getrieben. Die Mitgliederzahl habe mit 1.817 ein Allzeithoch erreicht. Besonders Volleyball, Kindersport und Fußball hätten im vergangenen Jahr zugelegt. Judo-Chef Sascha Schell startete mit den Berichten aus den Abteilungen: Nicht ohne Stolz wies darauf hin, dass das komplette Trainerteam mittlerweile aus dem eigenen Nachwuchs kommt. Karl-Heinz Paulus, der gleich mehrere Sportarten verantwortet, erzählte von fast 50 Mädchen, die seit wenigen Wochen das neue Angebot „Rhythmische Sportgymnastik“ nutzen. Belà Reitter stellte das neue Führungsteam der Volleyballer vor und bezeichnete die neue Beachvolleyball-Anlage als echte Attraktion. Kathrin Petermann erinnerte im Anschluss an das von den Basketballern zum siebten Mal veranstaltete Sommercamp für Jugendliche. Zufrieden zeigte sie sich, dass die große Sporthalle in Weiden endlich wieder für den Südwest-Spielbetrieb zur Verfügung steht. Und Dirk Bloeming berichtete als Sprecher der Fußballleitung, dass dank neuem Kunstrasen die Lern- und Spaßkurve gerade beim Nachwuchs steil nach oben zeige.

Nach dem Beschluss über eine Satzungsänderung wurde der neue Vorstand gewählt. Bestätigt für eine weitere Amtszeit von drei Jahren wurden Michael Kosche, Klaus Meinel, Reiner Thur und Heiko Borgmann. Um die drei restlichen Plätze kam es überraschend zu einer Kampfabstimmung. Am Ende setzten sich Christian Müller sowie die neu kandidierenden Clemens Wieselmann (Basketball) und Christoph Steymans (Volleyball) knapp durch. Mit großem Applaus verabschiedet aus dem Vorstand wurde Peter Jaeger, der seit 20 Jahren in verschiedenen Funktionen tätig war. Klaus Meinel erinnerte daran, dass er vor 65 Jahren als junger Kicker vom benachbarten 1. FC Köln zum Vorläuferverein „DJK Rheinwacht“ gekommen war, und überreichte ihm einen von vielen langjährigen Begleitern signierten Ball.


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