08.09.2017, 10:28 — Kategorie: Spielberichte

Vielversprechender Saisonauftakt

Fußballerinnen gewinnen Pokal-Viertelfinale gegen Leverkusen


Mit einem Erfolg gingen die Südwest-Damen aus ihrem Pflichtspiel. Beim 2:0 (2:0) am Mittwochabend gegen den Landesligisten Bergfried Leverkusen zeigten sie auch ohne einige Stammkräfte eine läuferisch und taktisch überzeugende Leistung. Die DJK-Elf trifft nun im Halbfinale des Pokalwettbewerbs auf Vorwärts Spoho. Zum Meisterschaftsbeginn am kommenden Sonntag erwartet sie den TV Konzen (10. September, 15.00 Uhr, Unterer Komarweg).

Pokal ist eben Pokal. Auch abseits des medial aufgemotzten DFB-Wettbewerbs lässt sich der Reiz der Unberechenbarkeit spüren: Wenn sich Teams aus unterschiedlichen Klassen vor „vollem Haus“ im K.O.-System gegenüberstehen, entscheidet weniger die Papierform als das Schicksal. Das gilt durchaus auch für den Kölner Kreispokal der Fußballfrauen, der freilich darunter leidet, dass seit Jahren nur wenige Klubs antreten und die Top-Teams erst später auf Verbandsebene in den Wettbewerb einsteigen. So kam es, dass Südwest in der ersten Runde spielfrei gewesen war und nun alles andere als einen „kleinen“ Gegner zugelost bekommen hatte. Der Landesligist vom Rechtsrheinischen ist nicht nur bekannt für seine gute Nachwuchsförderung, sondern reiste auch noch als Titelverteidiger in den Kölner Grüngürtel.

Das neue DJK-Trainerduo Oliver Minasso und Sven Roth nahm die Sache entsprechend ernst. Die beiden hatten ihr Team Woche für Woche über Testspiele vorbereitet, bei denen die ganze Tiefe des 30er-Kaders ausgenutzt wurde. So kam es, dass bei jedem Match eine andere Formation auf dem Feld stand, mit der das eine oder andere ausprobiert wurde. Am Ende bekamen zwar alle Damen Spielpraxis, doch das wahre Leistungsvermögen der jungen Elf war bei schwankenden Ergebnissen kaum einzuschätzen. Die Begegnung mit den Leverkusenern galt daher als wichtige Standortbestimmung.

Schnell erwiesen sich die Rot-Schwarzen als das aktivere Team. In der 7. Minute kam Paulina Verspohl nach guter Passfolge bis zur Grundlinie durch, doch ihre Hereingabe wurde von einer gegnerischen Fußspitze zur Ecke geklärt. Kurz darauf gelangte Charlotte Patzner nach Anspiel von Ai Yoshiizumi im Strafraum in halblinke Position, doch Torfrau Helen Alfes parierte (9.). Die Gäste blieben erstaunlich zurückhaltend und schafften erst nach 13 Minuten mit einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld ihre erste Offensivaktion. Südwest blieb überlegen und kam durch Mareike Schröer zur nächsten Schussgelegenheit (18.). Die erste 100%ige Chance erarbeiteten sich dann etwas überraschend die Leverkusener: Nadine Schöneberg gewann auf dem rechten Flügel ein Sprintduell gegen Cara Hegeler, legte zentral für Debora Plum auf, doch die Mittelstürmerin brachte den Ball aus fünf Metern nicht aufs Tor (24.).

Fast im Gegenzug belohnten sich die Klettenberger für ihr Engagement: Mareike war nach Doppelpass mit Clara Keller auf rechts unterwegs, spielte Bewacherin Carina Krajacic an der Grundlinie aus und bediente Charli im Rückraum, die die aufspringende Kugel zum 1:0 in die Maschen schoss (26.). Dieses Tor schien die weißgekleideten Bergfrieder aufzuwecken. Sie griffen nun weit in der gegnerischen Hälfte an, was Südwest beim Aufbau behinderte. Dennoch gelang es den Rot-Schwarzen, sich immer wieder durch die Mittelzone zu kombinieren. Als Clara dann ihrer Bewacherin entwich und allein auf den Bergfried-Kasten zustrebte, lag der zweite Treffer in der Luft, doch ihr Abschluss war zu harmlos (33.). Wenige Minuten später brachte Südwest-Kapitänin Cara einen Freistoß an die Strafraumgrenze, wo Charli aufnahm und von links zum 2:0 in die lange Ecke traf (37.). Bis zur Pause kontrollierten die Kölner das Geschehen im Mittelfeld, weil der Gegner sich in eine Offensiv- und eine Defensivgruppe aufteilte. Allein dem Spiel in die Spitze fehlte es bei Südwest an Übersicht und Präzision.

Die Gäste starteten zur zweiten Hälfte druckvoller, während die DJK-Damen weiterhin um enge Räume bemüht waren. Sie gestatteten den sichtlich bemühten Leverkusener so gut wie keinen geordneten Angriff, weil in Ballnähe regelmäßig zu zweit oder dritt attackiert wurde. Angeführt von der unermüdlichen Kristin Schröer demonstrierten die Rot-Schwarzen in dieser Phase, wie man einen körperlich überlegenen Gegner mit Schnelligkeit und taktischem Verständnis an seine Grenzen bringt. Zu eigenen Chancen kamen die Klettenberger erst wieder nach 20 Minuten, wenngleich die von Rosanna Rösen und Charli abgegebenen Schüsse entweder zu wenig Druck hatten oder das Tor weit verfehlten (66., 67., 71., 76.). Als den Leverkusenern die Zeit schon davonzulaufen schien, profitierten sie plötzlich von Wechseln und Umstellungen bei Südwest.

Die Trainer hatten die mit Ai und Marie Schottel stark besetzte Zentrale auflösen müssen, um frische Kräfte aufs Feld zu bringen. Innerhalb von Minuten übernahm Bergfried die Kontrolle. Die Südwest-Innenverteidigung kam nun ins Schwimmen, so dass der Ball mehrfach mit vielen Beinen aus der Gefahrenzone geschlagen werden musste. Statistisch blieb es freilich bei der guten Defensivleistung, denn die Leverkusener brachten in der zweiten Halbzeit nicht mehr als zwei 20-Meter-Schüsse auf den Kasten von Ines Loll (57., 85. Debora Plum). Kurz vor Schluss tanzte Charli im gegnerischen Strafraum mehrere Bewacherinnen aus, bis sie von Dorothee Prößdorf von den Beinen geholt wurde. Doch Schiedsrichter Gaudzinski gab den fälligen Elfer nicht.

Unsere Südwest-Elf: Ines Loll - Paulina Verspohl, Antonia Bexen, Cara Hegeler, Kristin Schröer - Mareike Schröer (79. Lena Mai), Marie Schottel (67. Leonie Hölzle), Ai Yoshiizumi, Charlotte Patzner - Clara Keller (71. Sarah Demond), Rosanna Rösen.

<media 4803>Hier seht ihr die Tore</media> ...


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