04.10.2019, 11:28 — Kategorie: Fußball, Spielberichte

Ein Punkt fürs Selbstvertrauen

Kurz vor Pokalfinale zeigen Fußballerinnen, dass mit guter Einstellung einiges möglich ist


Erwartungsgemäß standen die Südwest-Damen auch in der vierten Landesliga-Partie vor einer schweren Aufgabe. Bei ungünstigen Wetterbedingungen hatten sie zwar weniger Spielanteile, doch Torchancen ließen sie nur selten zu. Es hätte sogar mehr als ein 1:1 (0:0)-Unentschieden werden können, wenn die Mannschaft die späte Führung hätte über die Zeit retten können. Der Wille dazu war da, die notwendige Physis nicht. Am kommenden Donnerstag kommt es zum Pokalfinale gegen Fortuna Köln, drei Tage später zum Meisterschaftsduell gegen den Nachbarn aus Hürth-Efferen.

Der Weg nach Monschau führt über Aachen. Nach Süden steigt die Bundesstraße bis zu den Ausläufern des Hohen Venn um fast 500 Höhenmeter an. Dort wo der Steling, mit 658 Metern eine der höchsten Kuppen der Nordeifel, sanft nach Osten abfällt, liegt der Sportplatz des TV Konzen. Das Windrad nebenan hat seinen Grund, denn es bläst hier regelmäßig heftig von Westen. Auch an diesem Tag, als der kalte Wind sich mit einem dichten Landregen mischte. So schlecht das Wetter, so die Anfangsphase der beiden Teams. Auf dem Feld veranstalteten 20 Spielerinnen zunächst ein Fehlpassfestival. Ein Kopfball von Melanie Paul nach einer Ecke war nicht platziert genug, um Torfrau Maria Leister zu fordern (9. Minute). Die erste Großchance verzeichneten dann die Konzener: Maike Greuel scheiterte aus kurzer Distanz an Isabel Bartella und der folgende Heber von Julia Hermanns fiel auf die Latte (15.). Trotz heftigen Gegenwinds hatte Konzen in den ersten 25 Minuten mehr Spielanteile, aber Mittelstürmerin Jana Lennartz rutschten die Schüsse aus guter Position dreimal über den Spann.

Nach der Drangphase der Gastgeber verlagerte sich das Geschehen in die Mittelzone. Beide Teams beackerten sich nun mit Leidenschaft, eine Spielkultur entwickelte sich nicht. Gefährlich wurde es nur ein einziges Mal: Josefin Collin kam im Strafraum aus der Drehung zum Abschluss, doch sie traf die Kugel nicht richtig (38.). Wie man besser vom Rückenwind profitieren kann, führten die Gelb-Schwarzen nach dem Seitenwechsel vor. Ein langer Abschlag segelte über die DJK-Innenverteidigung hinweg zu Julia Hermanns, deren Versuch vorbeizuspitzeln, von Isabel schnell durchschaut wurde (48.). Wieder gehörte die erste Phase der TV-Elf. Es dauerte, bis die Kölner sich über zwei Freistöße zurückmelden konnten (66., 67.). Danach wurden sie mutiger und setzen sich auch vorne in Szene. Als Charlotte Ufer einen zu kurzen Rückpass ihrer Gegnerin erlief und allein vor den Kasten kam, war die Südwest-Führung greifbar. Doch die flinke Offensivkraft traf die TV-Torfrau aus kurzer Distanz am Kopf (68.). Wenig später drang Josefin von links in den Sechzehner ein. Jana Lennartz versuchte abzublocken und verletzte sich so schwer, dass sie vom Feld musste (74.).

Nach fast zehnminütiger Unterbrechung schienen die Gastgeber in Gedanken bei ihrer Kollegin, als Leonie Hölzle einen langen Pass auf rechts schlug. Charlotte startete in den Raum und zielte überlegt in die lange Ecke (81.). Wenn dieser Treffer jedoch etwas auslöste, dann auf der Gegenseite. Denn die Konzener setzten nun alles auf eine Karte. Mit mehr Laufarbeit und Körperspannung drängten sie die DJK-Elf für Minuten weit zurück. Als sich Rot-Schwarz bei einem Kleinklein an der Seitenlinie zu sehr auf die linke Abwehrseite konzentrierte, wurde Julia Hermanns freigespielt, die nach fünf schnellen Schritten aus zentraler Position den Winkel traf (84.). Der Ausgleich schien die Konzener zu beflügeln. Sie erhöhten gegen leidenschaftlich kämpfende Gäste noch einmal den Druck, um die drei Punkte in der Eifel zu behalten. Im Südwest-Durcheinander nach einer Ecke wäre das fast geglückt, doch der Ball sprang an den Pfosten (90.+4). Von einer echten Willensleistung ihrer Mannschaft sprachen die Kölner Trainer im Anschluss. Durch die vielen Ausfälle gibt es im 27er-Kader nur wenige ohne Trainingsrückstand.

Unsere Südwest-Elf: Isabel Bartella - Louisa Wiegelmann, Melanie Paul, Leonie Hölzle, Antonia Bexen - Nike Hellkuhl, Mareike Schröer- Josefin Collin, Chiara Minasso (88. Leonie Schuh), Charlotte Ufer - Bernadette Ellmer (54. Charlotte Patzner).

Unsere Tore: 0:1 Charlotte Ufer (81.)


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