< Trainer, Kumpel, Antreiber, Stütze
31.10.2016, 13:43 — Kategorie: Verein, Spielberichte, Judo, Basketball, Leichtathletik, Kindersport, Gymnastik, Gesundheit

Mehr als 200 Gäste bei Kunstrasen-Eröffnung

Bezirksbürgermeisterin Blömer-Frerker übergibt Spielball an "Einfach Fußball"-Gruppe


Fast zehn Jahre hat es gedauert von den ersten Hoffnungen bis zur Realisierung des Umbaus. Vereinsvize Klaus Meinel zählte am Freitagnachmittag vor zahlreichen Gästen aus der Stadtpolitik nur die Meilensteine auf. Für 1 Million Euro habe man gebaut, knapp 100.000 Euro weniger als ursprünglich kalkuliert. Und als Bauherr Fragen des Landschaftsschutzes und der Parkplatzsituation klären müssen. Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker stellte heraus, dass sich ein Verein ein Projekt dieser Größe erst einmal zutrauen müsse - finanziell und organisatorisch. Der Stadtbezirk habe das Projekt politisch unterstützt und den städtischen Zuschuss von 600.000 Euro damit auf den Weg gebracht. Dass in einer großen Stadt mit vielfältigen Herausforderungen nicht jeder schnell bedient werden könne, erläuterte der Sportausschussvorsitzender Peter Kron. Die Kriterien für den Bau von Kunstrasenfeldern seien mit Bedacht gewählt, auch wenn man das als Betroffener manchmal anders sehe. Damit lag er auf der Linie von Ausschusskollege Ulrich Breite und Klaus Hoffmann, dem Vorsitzenden vom Stadtsportbund.

Doch dass der größte Klub im Fußballkreis Köln/Leverkusen nie auf einer Prioritätenliste für Kunstrasenplätze auftauchte, löst bei Werner Jung-Stadié immer noch Kopfschütteln aus. Der Fußball-Chef betonte, dass der Verein auf seinem alten Aschenplatz Vorbildliches geleistet habe. Das gelte besonders für den Mädchenfußball und das Inklusionsprojekt. Entschlossen hätten die Verantwortlichen zugegriffen, als sich die Chance ergab, den Umbau der Sportanlage selbst in die Hand zu nehmen. Dabei sei der für einen Sportverein fast unvorstellbare Eigenanteil von 400.000 Euro aufgebracht worden. Vereinsvorsitzender Michael Kosche rechnete vor, dass auch nach dem Umbau täglich 17 Trainingsgruppen innerhalb von 4,5 Stunden unterzubringen sind. Der Verein werde daher jede Gelegenheit nutzen, das eigene Fußballangebot auf weitere Sportstätten - auch stadtbezirksübergreifend - auszudehnen. Statistisch gebe es für jeden Südwest-Kicker 9,6 Quadratmeter Spielfläche - der niedrigste Wert in ganz Köln.

Karl-Heinz Paulus, der den Verein mehr als 18 Jahre lang führte und heute die Turn- und Leichtathletikgruppen betreut, las ein kurzes Gebet vor und erbat den göttlichen Segen für die neue Sportanlage. Fußballspielen funktioniere mit jedem Glauben, doch die historischen Wurzeln des Vereins lägen nun einmal im katholischen DJK-Verband, der an diesem Nachmittag von Geschäftsführer Volker Lemken vertreten wurde. Dirk Schumacher vom Nachbarn aus Deckstein gratulierte mit einem blau-weißen Blumenstrauß ebenso wie Peter Schmitz und Sven Plättner von Rot-Weiß Zollstock, die während der Bauphase bereitwillig die eigene Anlage zur Verfügung gestellt hatten. Nun dankte der Vorstand allen Beteiligten: Vom Platzwart Günther Juchem über den Abteilungsleiter Rainer Niedworok bis hin zu den Architekten Dahlhaus & Engelmayer. Dann wurde Karlheinz Alger beglückwünscht, der wegen seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt worden war.

Frau Blömer-Ferker freute sich, dem siebenjährigen Matti Theweleit offiziell den ersten Spielball zu übergeben. Dann startete die "Einfach Fußball"-Gruppe, verstärkt mit einigen jungen Kickern und Kickerinnen aus Wettkampfteams unter den Augen von Projektkoordinator Christoph Binot (Bayer 04 Leverkusen) und Malte Strahlendorf (Fußball-Leistungszentrum Frechen) ihr kleines Turnier. Die vielen Gäste stärkten sich unterdessen an Grillwürste und Salaten. Kalt war es, aber immerhin trocken. Und so machten die erste Herrenmannschaft und die Südwest-Damen aus dem gemütlichen Abend noch eine lange Nacht.

Alle Fotos

Berichterstattung beim Fußballkreis Köln

Berichterstattung im Kölner Stadt-Anzeiger


0