08.10.2019, 12:01 — Kategorie: Fußball, Verein, Spielberichte, wichtige Nachrichten

Besser als die Duisburger

Fußballerinnen verlieren zwar Pokalfinale, gehen gegen übermächtigen Gegner aber nicht unter


Die Südwest-Elf hat die Titelverteidigung erwartungsgemäß nicht geschafft. Beim 0:3 (0:2) im Kreispokal-Endspiel gegen Fortuna Köln kamen sie früh in Rückstand und blieben im weiteren Spielverlauf chancenlos. Auch wenn in allen Belangen Klassenunterschiede zwischen den Kontrahenten zu erkennen waren, gaben sich die Rot-Schwarzen bis zum Abpfiff nicht auf. Am kommenden Sonntag (15.00 Uhr, Unterer Komarweg) geht es in der Meisterschaft gegen Hürth darum, erstmals volle Punkte einzufahren.

"Das ist passiert, was Duisburg unbedingt vermeiden wollte", kommentierte ARD-Chefreporter Tom Bartels etwas sperrig. Julian Draxler hatte seine Schalker in der 18. Minute in Führung geschossen. Die Luft an diesem Samstagabend war raus, Millionen Fernsehzuschauer erhoben sich, um zum Kühlschrank oder Gartengrill zu wechseln. Viel war im Vorfeld spekuliert worden, wie der sensationell ins Finale eingezogene Zweitligist dem hohen Favoriten aus Gelsenkirchen Paroli bieten könnte. Die üblichen Spannungsfloskeln wurden bemüht, von den Pokalgesetzen und so. Klein gegen Groß, da sei eben alles möglich. Ähnlich stark geredet hatten sich auch die Spielerinnen von DJK Südwest Köln vor ihrem Pokalfinale - acht Jahre später und statt im Berliner Olympia-Stadion auf einem schlichten Sportplatz in Köln-Bickendorf. Ja, Fortuna Köln. Als Regionalliga-Absteiger natürlich eine harte Nuss, aber eben nicht unbezwingbar. Man müsse ihre Spielerinnen ungeduldig machen und verunsichern, damit das große Potential nicht abgerufen werden könne. Doch als die Zollstocker bereits in der 12. Minute trafen, war der beste Matchplan nichts mehr wert - wie beim MSV Duisburg im Mai 2011.

Fatal war in dieser Szene, dass Südwest-Innenverteidigerin Melanie Paul beim Aufbau einen unnötigen Zweikampf suchte und prompt den Ball verlor. Noch fataler war jedoch, dass der Schiedsrichterassistent die klare Abseitsposition von Torschützin Muriel Rolfes nicht erkannte. Denn die Fortunen hatten gegen eine aufmerksam verteidigende DJK-Elf bis dahin keine gefährliche Aktion zustande gebracht. Das änderte sich nun schlagartig: Catia Alves traf von links kommend den Pfosten (21.) und DJK-Aushilfskeeperin Charlotte Patzer musste beim 16-Meter-Schuss von Svenja Stein ihr ganzes Können aufbieten (25.). Muriel Rolfes (36.) und Alina Calicchio (36.) verfehlten den Kasten der Klettenberger nur knapp. Dann wurde die überragende Spielmacherin Catia Alves bedient, die ihre Bewacherin verlud und zum 2:0 in die lange Torecke schob (37.). Die Führung zur Pause hätte höher ausfallen können, doch wie beim Lattentreffer von Alina Calicchio (42.) fehlte es Fortuna an Präzision.

Die Rot-Schwarzen änderten zur zweiten Halbzeit das taktische Konzept, verschoben etwas nach vorne und störten den Gegner im Aufbau. Diese Vorwärtsverteidigung war mit Risiken verbunden, was zunächst aber keine Rolle spielte. Brenzlig wurde es nur, als Nike Hellkuhl für ihre Torfrau einen Heber klären musste (56.). Einen Distanzschuss der auffälligen Alina Calicchio wehrte Charli dann souverän ab (67.). Südwest bemühte sich um Offensivaktionen, hatte aber Schwierigkeiten, kontrolliert in das Angriffsdrittel zu kommen. Es dauerte 70 Minuten, bis man durch Mareike Schröer erstmals auf den gegnerischen Kasten zielen konnte. Noch bevor sich bei den DJK-Damen deswegen Euphorie ausbreiten konnte, schlugen die Fortunen erneut zu: Die frisch gekommene Kira Gauger trickste auf rechts zwei Verteidigerinnen aus und traf flach ins Netz (73.). Weil Svenja Stein allein vor dem Südwest-Gehäuse verzog (87.), blieb das Endergebnis im Rahmen. Die Duisburger hatten beim Finale auf großer Bühne immerhin ein 0:5 zu verkraften. Zugegeben, da standen beim Gegner auch Raúl, Jurado, Huntelaar, Goretzka und Neuer auf dem Platz...

Unsere Südwest-Elf: Charlotte Patzner - Louisa Wiegelmann, Melanie Paul (59. Katharina Wiese), Leonie Hölzle, Antonia Bexen - Mareike Schröer, Nike Hellkuhl, Marilen Kosche - Chiara Minasso (57. Bernadette Ellmer), Josefin Collin (80. Louisa Roling), Charlotte Ufer.

Unsere Tore: [-]


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