01.09.2018, 13:48 — Kategorie: Spielberichte

Der Tag als der Regen kam

Fußballdamen starten mit Erfolgserlebnis in neue Saison


In der ersten Pokalrunde setzte sich die Südwest-Elf mit 1:0 (0:0) gegen den Ligakonkurrenten Bergfried Leverkusen durch. Gegen einen zweikampfstarken Gegner zeigte sie ähnlich wie im letzten Test mit dem Verbandsligisten Ippendorf eine konzentrierte Defensivleistung. Das Spiel nach vorne gestaltete sich dagegen über weite Strecken unpräzise und harmlos. Der Sieg war vor allem den taktischen Umstellungen in der Schlussphase zu verdanken. Die DJK-Damen treffen im Pokal nun auf Kreisligist Casa Espana. (Mittwoch, 19.30 Uhr, Uni-Sport).

67 Minuten waren vorüber, als Schiedsrichter Andreas Gaudzinski in großer Eile in die Kabinen bat. Ein Wolkenbruch hatte binnen Sekunden für irreguläre Verhältnisse gesorgt. Eine gute Viertelstunde hatten die beiden Trainer damit Zeit, ihre Teams auf die Schlussphase einzustellen. Es ging um die Entscheidung. Keine Seite wollte sich bei diesen Bedingungen auf Verlängerung oder Elfmeterkrimi einlassen. Das Südwest-Trainerduo zog die letzte Option: Mit zwei frischen Stürmerinnen sollten die Flügel besetzt werden, um die Abwehr der Leverkusener zu knacken. Und das zeigte Wirkung. Die Gastgeber waren bald in der Lage, über Minuten hohen Druck aufzubauen. Teile der zuvor so souveränen Abwehrreihe der Blau-Weißen wirkten müde, ihre Ordnung ging verloren. Eine Hereingabe durch Chiara Minasso von links verpassten Melanie Paul und Pauline Fey am langen Pfosten noch knapp (78.). Dann narrte Pauline ihre Gegenspielerin rechts im Strafraum und passte ins Zentrum, wo Charlotte Ufer zum 1:0 nur einschieben musste (84.). Diesen Vorsprung gaben die Rot-Schwarzen nicht mehr her, auch weil Leonie Gawellek einen von Leonie Hölzle aus der kurzen Distanz abgefälschten Ball reaktionsschnell um den Pfosten lenkte (90.+2).

Nach diesem guten Ende hatte es in der Anfangsphase nicht ausgesehen. Die Leverkusener attackierten selbstbewusst weit in der Südwest-Hälfte und zwangen die Kölner zu Fehlern. Fast jede Balleroberung nutzten sie für einen schnellen Vorstoß. Gefährlich wurde es für die Gastgeber aber erst, als Tabea Plum aus zehn Metern über den Kasten knallte (11.). Als der Druck von Bergfried nach zwanzig Minuten nachließ, wurde das Aufbauspiel der DJK-Mädchen sicherer und der Ball in der Zentrale über zwei, drei Stationen kontrolliert. Allerdings waren die Vorstöße in die Spitze regelmäßig unpräzise und leicht auszurechnen. Dankbar nahmen die Gäste die ihnen angebotenen Umschaltsituationen an. Nach einem Missverständnis auf der linken Südwest-Seite zog Bergfried-Spielmacherin Debora Plum aus halbrechter Position ab und verfehlte nur knapp (28.). Erst im Anschluss kamen die Kölner erstmals aussichtsreich in Tornähe: Bernadette Elmer legte von rechts auf, doch Hannah Meyer kam zu spät (30.). Wenig später wurde Hannah im Strafraum freigespielt und traf den Ball nicht richtig (35.). Der erste Treffer lag in der Luft. Tabea Plum zog plötzlich aus 20 Metern ab und zwang Leonie Gawellek zu einer starken Parade (37.). Auf der anderen Seite fischte Torfrau Helen Alfes eine Bogenlampe von Jule Schillings mit letztem Einsatz aus der Ecke (38.).

Entschlossen kamen die Bergfrieder aus der Pause. Ganz offensichtlich sollte - ähnlich wie zu Beginn - über eine frühe Druckphase die Führung erzielt werden. Viel zu leicht kamen sie jetzt zu Eckstößen, aus denen aber nichts Zählbares heraussprang. Dann hatte Nadine Schöneberg gleich zwei Chancen: Erst zielte sie nach einer Fehlerkette der Südwest-Verteidigung neben den Kasten, dann wurde ihr Schuss aus fünf Metern von Keeperin Leonie geblockt. (49., 50.). In diese Leverkusener Überlegenheit hinein setzte das DJK-Team einen vielversprechenden Angriff. Die weningen Zuschauer rissen schon die Arme hoch, doch Marilen Kosche verzog aus kurzer Distanz (51.). Als die Blau-Weißen kurze Zeit später etwas zurückschalteten, übernahmen die Kölner die Mittelzone. Sie hatten jetzt Zeit und Raum, doch ihre Kombinationen endeten entweder in harmlosen Distanzschüssen oder haarsträubenden Abspielfehlern. Ein Plan, mit dem die abwartende, gut gestaffelte Gäste-Defensive hätte überwunden werden können, war nicht zu erkennen. Dann kam der Regen …

Unsere Südwest-Elf: Leonie Gawellek - Paulina Verspohl, Jule Schillings, Cara Hegeler, Helena Hort (51. Leonie Hölzle) - Melanie Paul, Ai Yoshiizumi - Charlotte Ufer, Marilen Kosche, Hannah Meyer (68. Pauline Fey) - Bernadette Elmer (60. Chiara Minasso).


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