21.07.2021, 13:29 — Kategorie: Volleyball, wichtige Nachrichten

DJK Südwest Volleyballer*innen helfen im Flutkatastrophengebiet

Keller entrümpeln und auspumpen - Mixed 1 cancelt Training und unterstützt Betriebshof Leichlingen mitsamt dringend benötigtem Material und Wo*manpower


So spontan kann Hilfe funktionieren: Kaum im Amt, und schon beweist der neue Trainer der DJK Südwest Köln Volleyball Mixed 1 sein Verständnis von Vereinssport. Statt Montagabend in der Halle zu verbringen, motiviert er seine Mannschaft kurzerhand im Flutkatastrophengebiet im Rheinland mit anzupacken. Das lassen sich die Mitspieler*innen nicht zweimal sagen und recherchieren die privaten und öffentlichen Hilfsgesuche aus dem Kölner Umland. Schnell wird klar, die noch nicht gesicherten Hochwassergebiete im Ahrtal oder in Bensberg kommen für eine Hilfsaktion noch nicht in Frage. Stattdessen kristallisiert sich ein Kontakt zum Betriebshof Leichlingen als gesicherte Möglichkeit, effektiv helfen zu können, heraus. 

Mit zwei Teams und zwei Schmutzwasserpumpen, Notstromaggregat, Schaufeln, Schneeschiebern, Besen, Schrubbern und zahlreichen Eimern im Gepäck machen sich die Volleyballer*innen am Montagnachmittag auf den Weg ins Krisengebiet. Unterwegs wird aus Spenden eines im Urlaub befindlichen Spielers noch ein längerer Schlauch für die Pumpen gekauft.

Vor Ort im Ortszentrum von Leichlingen zeigt sich den Helfer*innen ein zum großen Teil verwüstetes Wohn- und Geschäftsgebiet. Die Straßen sind zum Glück intakt und bereits geräumt. Die durch den Ort verlaufende Wupper ist zurück in ihrem Bett. Vor etlichen Häusern sind große Haufen von verdrecktem, durchnässtem Sperrmüll zu sehen. An den Fassaden der Häuser lässt sich, an den Spuren, die das Hochwasser dort hinterlassen hat, ablesen, dass das Wasser hier wohl zirka einen Meter hoch gestanden haben muss. Immer wieder fallen verwaiste Autos mit stark beschlagenen Scheiben auf. Ein Haus steht, nahezu bis auf die Grundmauern niedergebrannt, mitten im Ort. Wohl eine Folge von Hochwasser und der Kombination aus Strom und Gas. Direkt neben einem vielgeschossigen Wohnhochhaus ragen drei riesige, alte Öltanks fast vollständig aus einem tiefen Krater. Wie später von der örtlichen freiwilligen Feuerwehr erklärt wird, sind die usprünglich unterirdischen und seit längerem leeren Tanks durch die immensen Auftriebskräfte (infolge des tief ins Erdreich eingedrungenen Wassers) regelrecht aus dem Boden gesprengt worden. Wie ein U-Boot, das sämtlichen Ballast abgeworfen hat, um möglichst schnell aufzutauchen.

Diese ersten allgemeinen Eindrücke reichen aus, um direkt zu erfassen, dass hier jede Hilfe dringend gebraucht wird. Und diese sollte, in Absprache mit den ortskundigen Helfen, auch direkt angegangen werden...

- Projekt 1: Doppelhaushälfte -
Aufgaben: Wasser aus Keller abpumpen und Keller entrümpeln.
In diesem Objekt ist seit dem Hochwasser offensichtlich noch nicht viel passiert. Der Keller steht noch komplett unter Wasser und sämtliche Möbel, getränkte Matratzen, gefüllte Kühlschränke und vieles mehr sind noch an Ort und Stelle. Ein Knochenjob, der trotz Einsatz sämtlichen Materials und insbesondere aufgrund der immensen Mengen an angesammelten Dingen ca. 3 Stunden in Anspruch nehmen soll.

- Projekt 2: Einzelhandelsgeschäft für Taschen und Lederwaren -
Aufgaben: Wasser aus Keller abpumpen und restliche Holzregale entsorgen.
Dieses Geschäft gehört einer älteren Dame, die mithilfe des Ladens ihre Rente erwirtschaftet. Ihre Familie, vom Enkel bis zu ihr selbst, ist seit Tagen unermüdlich am Ackern, als der DJK Hilfstrupp eintrifft. Mithilfe der zusätzlichen Pumpe(n) und helfenden Hände kann nach ca. anderthalb Stunden das Gröbste erledigt werden.

- Projekt 3: Mehrfamilienhaus mit Mieterkellern -
Aufgabe: Wasser aus Keller abpumpen.
Als die Volleyballer*innen an diesem Objekt eintreffen, arbeiten der Vermieter und einige Helfer bereits daran, das vor Tagen in den Keller gelaufene Wasser mit Besen und Schneeschiebern zur bereits installierten Pumpe zu leiten. Mithilfe der zusätzlichen Pumpe und allen DJK'ler*innen klappt es relativ schnell, den Keller wieder trockenzulegen.

Die Eindrücke nach der Hilfsaktion sitzen bei allen Beteiligten tief. Jedes der Einzelschicksale, mit denen die Mannschaft konfrontiert wurde, macht fassungslos und traurig. Zugleich zeigt die große Dankbarkeit, die bei der Aktion den Helfenden stets entgegengebracht wurde, dass es mit einer guten Portion Optimismus weitergehen kann und muss. Und am schnellsten und einfachsten eben mit der Hilfe von denen, die vielleicht glimpflich durch die Naturkatastrophe gekommen sind. 


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