30.09.2019, 11:23 — Kategorie: Verein, Aufmacher

Gegen sexualisierte Gewalt im Sport

Stadtsportbund Köln zeichnet Präventionskonzept von DJK Südwest Köln in Generalversammlung aus


Schon einmal vom Judo-Club Ford-Köln e.V. gehört? Immerhin der erste Kölner Sportverein, der vom Landessportbund NRW Anfang September in das "Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport" aufgenommen worden ist. Drei Wochen später erschienen die Vertreter des Stadtsportbunds Köln auf der Sportanlage am Unteren Komarweg, um den nächsten Klub auszuzeichnen. Südwest-Vorstandsmitglied Christoph Steymans erläuterte, was man unternommen habe, seitdem sich die Mitglieder vor sieben Jahren für das Präventionsprojekt ausgesprochen hatten. Schritt für Schritt sei man vorgegangen - hier eine Änderung, da etwas ganz Neues. Mittlerweile füge sich alles zu einem Gesamtkonzept zusammen. Dem stimmte Peter Pfeifer, Vorsitzender des Stadtsportbundes, gerne zu. DJK Südwest sei im Stadtgebiet bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen schon immer ein Maßstab gewesen. Es überrasche ihn nicht, dass der Verein nun auch in Sachen Prävention vorne dabei sei. Südwest-Vorsitzender Michael Kosche bedankte sich bei Dagmar Ziege und Werner Jung-Stadié für die Leidenschaft und Hartnäckigkeit, mit der das Thema auf Verbandsseite verfolgt werden. Die angebotenen Fortbildungen hätten im Verein eine neue Sensibilität ausgelöst. Man wolle diesen Weg in den nächsten Monaten weiterverfolgen.

Nur gut 30 Mitglieder waren am Freitagabend ins Sportheim gekommen, um sich über die Vereinsentwicklung zu informieren. Wahlen standen nicht an, was den Ablauf etwas straffte. Co-Vorsitzender Klaus Meinel stellte die Tätigkeiten der letzten zwölf Monate vor, darunter auch Überlegungen zur neuen Südwest-Website. "Wir möchten uns zukünftig primär an diejenigen richten, die etwas über uns wissen wollen", meinte der frühere Volleyballer. Das vielfältige Sportangebot müsse transparenter werden. Jeder Interessent solle schnell herausfinden, unter welcher körperlichen Belastung er zu welchen Zeiten seinen Wunschsport treiben kann. Und von dem geplanten Online-Mitgliedsantrag werden eine spürbare Entlastung der Geschäftsstelle erwartet, denn man wachse weiter und werde bald die 2.000er-Marke übertreffen. Mit einem Mitgliederplus von 8% liege dies vor allem an der Basketballabteilung. Deren Chef Matthias Caspari berichtete über erfreulich großen Zulauf, aber auch über die schwierige Suche nach Trainern. Dennoch habe man vor der Saison wieder alle Teams versorgt, sogar das traditionelle "Sommercamp" für Neulinge habe man in den Schulferien durchgeführt. Auch im Vortrag von Oliver Nitschke war die große Nachfrage ein Thema. Der Südwest-Sportmanager nannte Wartelisten im Kindersport wegen fehlender Hallenzeiten. Neu im Angebot sei die "Welt der Spiele", wo Grundschulkinder spielerisch die für sie beste Sportart entdecken können.

Vom Sport ging es zu den Finanzen. Wohlgeordnet seien diese, versicherten die beiden Schatzmeister. Heiko Borgmann erklärte, dass sich in den 2018er-Zahlen die Einstellung eines weiteren hauptamtlichen Mitarbeiters niederschlage, außerdem die zu deren Finanzierung beschlossene Beitragserhöhung. Die größte Herausforderung liege heute und zukünftig bei der Bezahlung der Trainer und Übungsleiter. Die unzähligen Stunden, die hier geleistet würden, seien im Grunde ehrenamtliches Engagement gegen kleine Aufwandsentschädigung. Angewiesen sei man aber auch auf Sportstudenten, die sich etwas hinzuverdienen wollten. Und so gesehen müsse man irgendwie mit den Preisen mitgehen. "Entscheidend wird sein, dass wir unseren Handlungsspielraum erhalten", meinte sein Kollege Reiner Thur bei der Präsentation der Finanzplanung 2019/2020. Es gebe zahlreiche Investitions- und Sozialprojekte, die zuschussfähig sind, doch verwirklichen könne man sie nur, wenn auch die notwendigen Eigenmittel bereitständen. Im Übrigen freue er sich auf das 100-jährige Vereinsjubiläum im kommenden Jahr, auch wenn die damit verbundenen finanziellen Belastungen noch nicht absehbar seien.


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