08.10.2018, 09:17 — Kategorie: Spielberichte

Gut gelaunt zurück aus dem Bergischen

Nach drei Punkten für Südwest-Fußballdamen sah es nicht immer aus


Drei Tage nach dem Pokalsieg waren die DJK-Damen auch beim SV Eulenthal erfolgreich. Beim 3:1 (0:0) gegen selbstbewusst auftretende Gegnerinnen fanden sie nach einer schwachen ersten Halbzeit erst spät auf Siegkurs. Vier der fünf bisherigen Gegner befinden sich aktuell am Tabellenende. Die nächsten Spiele werden zeigen, wo das junge Team leistungsmäßig wirklich steht. In die allgemeine Herbstpause der Landesliga geht es wegen einer vorgezogenen Partie noch nicht. Am kommenden Sonntag kommt SV Union Rösrath auf die Sportanlage (15.00 Uhr, Unterer Komarweg).

Die Eulenthaler haben sich von ihrem Ascheplatz verabschiedet. Seit dieser Saison nutzen sie das schön gelegene Kunstrasenfeld des Nachbarvereins TuS Marialinden. Strahlende Sonne erwartete dort die Kölner-Reisegruppe, die zu einer völlig neuen Startformation gezwungen war. Sechs Pokalheldinnen hatten die Fahrt ins Bergische erst gar nicht mitmachen können, die siebte plagte sich mit einer Fußverletzung und rutschte stark bandagiert erst im letzten Moment in die Elf. Ob das reichen würde? Schon die ersten Minuten zeigten, dass die "Eulen" eine Vorwärtsstrategie verfolgten. Mutig rückten sie weit in die Südwest-Zone ein. Den Rot-Schwarzen, die zuweilen auch auf Abwehrbeton treffen, musste diese Taktik eigentlich gelegen kommen. Und tatsächlich ergaben sich schnell mehrere Umschaltsituationen mit der Möglichkeit, hinter die Abwehrkette der Gastgeber zu kommen. Mindestens dreimal klappte das, doch die Abschlüsse von Bernadette Ellmer und Hannah Meyer (2., 6., 13.) waren harmlos. Gefordert wurde die SV-Torfrau erst, als sie einen Schuss von Paulina Verspohl zur Ecke klären musste (24.).

Nach den ersten zehn Minuten wurde das Spiel der Kölner schlechter. Die Innenverteidigung war mit den früh störenden Gegnern zunehmend überfordert. Die hohe Fehlerquote schien die anderen Mannschaftsteile anzustecken, erst die linke Seite, dann das Mittelfeld. Reihenweise endeten die Passfolgen im Seitenaus oder bei einer Gegnerin. Auch von den zahlreichen Standards des DJK-Teams ging keine Gefahr aus. Den Eulenthalern, unter ihnen mit Nina Ganz und Lili Knitter zwei frühere Südwest-Juniorinnen, kam die Unsicherheit der Gäste gerade recht. Sie wirkten beflügelt und hatten Pech, als Julia Stinn bei einer Ecke in bester Position nicht schnell genug die Stirn hinhalten konnte (39.). Wenig später lief die Torjägerin ihrer Bewacherin mühelos davon und schoss vorbei (43.). Südwest hätte sich über einen Rückstand nicht beschweren dürfen. Und dennoch hätte man fast mit einem guten Gefühl in die Pause gehen können: Marilen Kosche zog für die SV-Abwehr überraschend in den Strafraum und hatte die Torhüterin eigentlich schon ausgespielt. Aber Elena Fede schnappte ihr die Kugel per Zaubertrick irgendwie zwischen den Füßen weg (45.+1).

Die Südwest-Trainer hatten sich an den Realitäten orientiert: Punkte vor Spielniveau. Die Verteidigung sollte nicht lange fackeln und jeden Ball nach vorne schlagen. Allerdings erwischten die Gastgeber den besseren Start. Die Südwest-Abwehr wirkte nicht entschlossen und schon steckte Kerstin Burger durch zu Julia Stinn, die Ines Loll keine Chance ließ (49.). Noch bevor die Overather zur Rettung ihrer Führung auf ein Defensivkonzept umstellen konnten, schlugen die Kölner zurück. Lena Mais Freistoß aus der eigenen Hälfte wurde von Bernadette einen Meter vor der fangbereiten Keeperin mit der Fußspitze verlängert und trudelte ins Netz (51.). Jetzt begann die stärkste Phase der Gäste. Jeder Befreiungsversuch der Gegner wurde kurz hinter der Mittellinie abgefangen. Der nächste Treffer für die Rot-Schwarzen schien eine Frage der Zeit, weil die Eulenthaler hoch standen und so ständig in der Rückwärtsbewegung verteidigen mussten. Nun zeigte SV-Abwehrchefin Sarah Grützenbach ihre Klasse. Im Minutentakt lief sie die Südwest-Stürmerinnen ab, zwischendurch kratzte sie einen Heber von Charlotte Patzner von der Linie (55.).

Als auch die frische Maxi Kayser die herausragende Schlussfrau Elena Fede nicht überwinden konnte (73.), schien den Rot-Schwarzen allmählich die Zeit wegzulaufen. Zumal die eigene Abwehr erneut Julia Stinn nicht unter Kontrolle bekam, deren überhasteter Schuss aus 13 Metern zur Erleichterung der Kölner weit vorbeiging (78.). Dann setzte sich Charli nach einem diagonalen Anspiel von Lena gegen ihre Bewacherin durch und traf von der Strafraumgrenze überlegt in die lange Ecke. Südwest spielte jetzt unbeschwert auf und erarbeitete sich neue Gelegenheiten (87., 89.). Als Charlotte Ufer auf rechts von der Grundlinie nach innen passte, musste die eingewechselte Rosanna Rösen nur noch den starken Linken zum Endstand hinhalten (90.).

Unsere Südwest-Elf: Ines Loll - Antonia Bexen, Melanie Paul, Lena Mai, Leonie Hölzle - Paulina Verspohl, Hannah Meyer (85. Rosanna Rösen), Marilen Kosche, Charlotte Ufer - Bernadette Ellmer (60. Maxi Kayser), Charlotte Patzner.


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