14.06.2018, 14:00 — Kategorie: Spielberichte, Verein

Hurra, wir leben noch!

Fußballerinnen retten sich im Saisonfinale mit überzeugendem Sieg


Die Südwest-Elf wird auch in der Saison 2018/19 in der Landesliga antreten. Am letzten Spieltag setzte sie sich mit 4:1 (1:1) gegen den VfL Unterbruch durch, so dass es auf das Abschneiden des direkten Kontrahenten im Fernduell nicht mehr ankam. Für den Erfolg entscheidend war am Sonntagnachmittag bei hohen Temperaturen die Willensleistung, der der Gegner vor allem in der zweiten Halbzeit kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Mit insgesamt 20 Punkten konnten die DJK-Damen an die gute Vorjahresbilanz (30) nicht anknüpfen. Die Sommerpause soll für die Ursachenforschung genutzt werden.

Selten war ein Treffer so bejubelt worden: Chiara Minasso war auf dem rechten Flügel nach innen gezogen und suchte nach der bestpostierten Mitspielerin. Auch die Gegner erwarten ein Abspiel und schienen irritiert, als die B-Juniorin immer weiter die Strafraumgrenze entlang marschierte. Nachdem sie drei Verteidiger passiert hatte, drehte sie nach rechts in den Strafraum, täuschte die letzte Gegnerin und schoss eiskalt in die lange Ecke (80. Minute). Es stand 3:1, Südwest war gerettet! Denn um die Nichtabstiegsfeier zu verderben, hätten die Gäste aus Heinsberg in zehn Minuten noch dreimal treffen müssen. Und diese Wende traute ihnen nicht einmal der eigene Anhang zu. Sie schienen müde und den Titel „Bester Aufsteiger“ konnte ihnen ohnehin niemand mehr streitig machen. So war die Schlussphase für die Klettenberger entspannt wie lange nicht mehr. Im Rücken die klare Führung und vor sich ein fröhlicher Saisonabschluss.

Das war zu Beginn anders. Eingeschworen durch ein Video ihrer Trainer waren die Mädels extrem motiviert, aber auch angespannt. Vor allem die eigene Defensive ließ die Nervosität erkennen, so dass die Unterbrucher durch Vera Schiffers und Lina Schranz zu ersten Chancen kamen (5., 9.). Dann wurde Südwest-Stürmerin Frederike Greis gleich mehrfach in Szene gesetzt. Zweimal scheiterte sie an Torfrau Viviane Plum (12., 18.). Dazwischen lag ein Foulelfmeter, den sie nicht verwandeln konnte (15.). Die Rot-Schwarzen waren überlegen, auch wenn die eigene Offensive in mehreren Szenen allein gelassen wurde. Die Führung ergab sich dann aus einer Standardsituation: Lena Mai servierte auf den zweiten Pfosten, wo Rike per Kopf keine Mühe hatte (35.). Wenig später zielte Charlotte Patzner von halblinks knapp neben die lange Ecke (43.). Auf dem Feld sehnte man sich schon nach der Pause, als VfL-Spielerin Annika Dahlmanns aus dem Rückraum abzog, und der abgefälschte Ball hinter Franziska Küchenberg im Netz landete (44.).

Ein Remis würde Südwest reichen, doch die Trainer forderten nichts anderes als drei Punkte. Und die Reaktion des Teams war deutlich: Es wurde konsequent nach vorne gespielt. Rike verpasste nach Vorlage von Charli nur um Zentimeter (48.), Charli prüfte die gegnerische Keeperin aus zehn Meter (50.) und Lenas Freistoß traf die Latte (51.). Die Gäste-Defensive war dem Wirbel von Chiara, Charli und Rike nun nicht mehr gewachsen. Einmal noch gelang es ihr, Charli im letzten Moment stoppen (60.), dann war sie machtlos. Chiara hatte Rike im Zentrum gefunden, die nach feinem Doppelpass mit Charli nur noch einschieben musste (67.). Die Gäste tauchten jetzt völlig ab und hatten lediglich zwei weitere Offensivszenen (78., 86.), bevor die eingewechselte Leonie Schuh auf der anderen Seite mit dem 4:1 für die Sahne auf der Mannschaftsleistung sorgte. Unterbruchs Trainer Guido Herzberg suchte nicht nach Ausreden: „Der Siegeswille von Südwest hat heute den Ausschlag gegeben.“

Die DJK-Mädchen waren erleichtert und glücklich. Zu oft hatte es in den letzten Monaten Enttäuschungen und Rückschläge gegeben. Bei Grillwürsten, Salat und Kölsch kamen plötzlich die positiven Erlebnisse wieder hoch: Die fast heldenhaften Unentschieden gegen SC West und TV Konzen, die Drei-Tore-Aufholjagd gegen SG Erfthöhen, die auf dem Kleinfeld von SG Oleftal geknackte „harte Nuss“, die regelmäßig mit unglaublicher Präzision in den gegnerischen Strafraum segelnden Eckbälle und das große Interesse selbst der Langzeitverletzten an den Auftritten des eigenen Teams.

Unsere Südwest-Elf: Franziska Küchenberg - Antonia Bexen, Jule Schillings, Lena Mai, Helena Hort - Hannah Meyer (86. Marie Schottel), Paulina Verspohl, Leonie Hölzle, Charlotte Patzner (86. Leonie Schuh) - Marilen Kosche (46. Chiara Minasso), Frederike Greis.


0