02.07.2018, 09:06 — Kategorie: Verein, Fußball, Spielberichte, Volleyball, Judo, Basketball, Leichtathletik, Kindersport, Gymnastik, Gesundheit

Sonne, Sand, Spaß und Sportpolitik

Viele Sportler und Gäste bei Einweihung des Outdoor Fitness Parcours


Mehr als 300 Vereinsmitglieder, Freunde und Eltern fanden sich am vergangenen Freitag bei strahlendem Wetter zum "Fun Day" auf dem Sportplatz am Äußeren Grüngürtel ein. Kern des Sommerprogramms für Jugendliche und Erwachsene war die offizielle Eröffnung des neuen Trainingsparcours mit Vertretern von Stadt und Politik. Die im April/Mai durchgeführte Baumaßnahme bildet den Schlusspunkt einer mehr als sechsjährigen Investitionsoffensive, durch die der Breitensportverein aus dem Kölner Südwesten seine 30 Jahre alte Sportanlage Schritt für Schritt modernisiert hat.

Südwest-Übungsleiter Dirk Bloeming zeigte interessierten Sportlern, wie Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer an den neu errichteten neun Stationen gezielt verbessert werden können. Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker hatte trotz engem Terminplan Zeit gefunden, um der Einweihung des Fitness Parcours am Nordrand der Sportanlage beizuwohnen. "Ich bin beeindruckt, was hier im Grüngürtel über die Jahre für Kinder und Jugendliche auf die Beine gestellt worden ist", meinte die CDU-Politikerin anerkennend. Besonders die Slackline hatte es ihr angetan und Ehemann Richard Blömer machte auf dem schwarzen Gummiband sofort eine gute Figur. Südwest-Vorstand Klaus Meinel betonte, dass die neuen Geräte ohne städtische Zuschüsse nicht hätten angeschafft werden können und bedankte sich auch bei Harald Gaspers von der Beatrix-Lichtken-Stiftung für eine großzügige projektbezogene Spende.

Meinel erläuterte, dass seit 2011 fast zwei Millionen Euro in Sportheim, Kunstrasen, Beachvolleyball und Fitness Parcours geflossen sind, davon 580.000 Euro aus Vereinsmitteln. Nun aber sei Schluss mit den Bauprojekten, denn auf dem riesigen Grundstück werde mittlerweile jeder Quadratmeter genutzt. Platzwart Günther Juchem und Architekt Rainer Hirschel, die sich um die Bauüberwachung gekümmert hatten, konnten das nur bestätigen. Doch wohin mit den vielen sportbegeisterten Kindern? Mit Patrick Heimann, Sportreferent im Bürgeramt Lindenthal, und Martin Schoser vom Sportausschuss des Rates wurden die begrenzten Kapazitäten diskutiert. "In eine Südwest-Sportgruppe zu kommen, ist mittlerweile schwerer als an einen Kita-Platz. Wir können uns wegen des großen Andrangs nur mit Aufnahmestopps helfen", machte Südwest-Vorsitzender Michael Kosche klar. Vorhandene Sportstätten im Stadtgebiet müssten intensiver genutzt werden und zwar unabhängig von Stadtbezirksgrenzen. Rund 20-25% der Aktiven kämen schon heute aus dem Nachbarbezirk Rodenkirchen und müssten mitunter lange Anfahrten in Kauf nehmen. Der Verein wolle mit attraktiven Angeboten zu diesen Kindern und Jugendlichen kommen - nicht umgekehrt.

Doch bald ging es nicht mehr um Sportpolitik. Als "Südwest-Champions 2017/2018" wurden aus der Fußballabteilung geehrt die D1-Junioren, C1-Junioren, B1-Junioren, A2-Junioren und A1-Junioren. Alle vier Teams hatten in der vergangenen Saison ebenso mit besonderen Leistungen auf sich aufmerksam gemacht wie die U16-Basketballjunioren, die Basketballsenioren 5 und die Mixed-Volleyballer 2. Ehrungen dieser Art, die mit einer Teamprämie von jeweils 100 Euro verbunden waren, sollen aus Sicht des Vereinsvorstands auch in Zukunft vorgenommen werden. Eher in die Vergangenheit blickte anschließend Südwest-Ehrenmitglied Karlheinz Alger und holte den überraschten Karl-Heinz Paulus auf die Bühne. "Wenn in der Nähe eine neue Baugrube ausgehoben wird", so Alger, "dann schaut Karl-Heinz sich das an und überlegt, ob dort eine Turnhalle entsteht." Eine treffende Beobachtung, denn der frühere Vereinsvorsitzende war in den letzten zehn Jahren verantwortlich für die Gymnastik-, Herzsport-und Kinderturngruppen. Dabei hatte er besondere Kreativität bei der Beschaffung von zusätzlichen Hallenzeiten bewiesen und so zum Beispiel die Rhythmische Sportgymnastik erst möglich gemacht. Paulus will die wichtige Aufgabe nun in die Hände des neuen Südwest-Sportmanagers Oliver Nitschke legen.

Drüben auf dem Kunstrasen überließen derweil die F-Junioren, die zwei Freundschaftsspiele absolviert hatten, der ersten Herrenmannschaft den Platz. Gegner war das Team von Rot-Weiß Zollstock - ein echtes Lokalderby also. Parallel dazu nahm das Beachvolleyball-Turnier an Fahrt auf. Judith Bernecker und Franziska Metge hatten Sportler aus allen Abteilungen eingeladen, so dass sich 16 Zweier-Teams gegenüberstanden. Da spielten also Volleyballerinnen gegen Fußballer, lange Kerls vom Basketball gegen wendige Judoka und Waschbrettbäuche gegen knappe Bikini-Hosen. Der Sand war heiß und trocken; Staub lag in der Luft. Die Getränke konnten gar nicht schnell genug gekühlt werden. Bald war klar, dass die Vorräte nicht reichen würden. Und so waren die Südwest-Veranstaltungsorganisatoren Sabine Schoepe und Andreas Lang immer wieder mit dem Nachschub beschäftigt. Mit Erfolg übrigens, denn nach einem wunderbaren Sommerabend verließen die letzten Gäste erst gegen Mitternacht die DJK-Sportanlage.


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