Volleyball-Damen mischen Landesliga auf

„Unser großes Plus ist der Spaß und die Power von der Bank“

Teamgeist kann Berge versetzen. Das haben die Damen I von DJK Südwest, die dieses Jahr in die Landesliga aufgestiegen sind, am Wochenende erneut eindrucksvoll bewiesen.

Als Liga-Neuling steht das Team um Coach Peter Schreier nach drei Spieltagen mit sieben Punkten und 8:5 Sätzen auf Rang zwei. Der Jubel war nach dem Matchball gegen die Rhein-Sieg-Ladies riesig. In jedem Satz war es eng. Aber der Wille und die Leidenschaft haben den Ausschlag gegebenen.

„Ich bin richtig stolz, welche Entwicklung das Team gemacht hat“, meinte Peter Schreier. „Jetzt zocken wir hier in der Landesliga mit und gewinnen auch noch.“

„Unser großes Plus ist der Spaß – und die riesige Power der Mädels von der Bank.“ Nach 25:22, 26:24, 21:25 und 25:23 war der Jubel groß.

„Wir genießen den Moment, ich hätte das nicht gedacht“, so Peter Schreier, „immerhin hatten die Rhein-Sieg-Ladies eine ehemalige Zweitliga-Spielerin auf der Außenposition.“

Aber davon haben sich die Südwest-Damen nicht einschüchtern lassen. In eigener Halle und vor einer großen Schar an Fans war Süwest nicht nur auf dem Platz, sondern vor allem in Sachen Stimmung überlegen.

Blickt man auf die Entwicklung des Teams zurück, dann hätten nur wenige solche Nachmittage in der Landesliga wie am 18. Oktober für möglich gehalten.

Innerhalb von drei Jahren ein neues Team aufgebaut

Vor drei Jahren das Team vor einem kompletten Neustart. Nach mehreren von Corona geprägten Spielzeiten hatte sich das vorherige Team weitgehend aufgelöst. Nur eine Spielerin blieb übrig. „Da war die Frage: Melden wir überhaupt noch eine Mannschaft?“, erinnert sich Trainer Peter.

Nach und nach kamen neue Spielerinnen dazu – darunter einige, die längere Zeit nicht mehr gespielt hatten. Der sportliche Weg seitdem ist bemerkenswert: In der ersten Saison kämpfte Südwest noch in der Relegation gegen den Abstieg, ein Jahr später spielte das Team bereits die Relegation um den Aufstieg. In der vergangenen Saison folgte schließlich als Tabellenerster der Sprung in die Landesliga.

Dort will die Mannschaft vor allem ihren besonderen Teamgeist bewahren. „Unser großes Plus ist der Spaß – und die Power der Mädels von der Bank“, sagt Peter. Gerade der Zusammenhalt sei ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung.

Gleichzeitig sieht der Trainer strukturell noch Arbeit vor der Volleyballabteilung. Aus den bisherigen U18- und U20-Teams kamen keine Spielerinnen in seine Mannschaft; einige Talente wechselten zu höherklassigen Vereinen. Neue Spielerinnen findet Südwest derzeit vor allem durch die vielen Anfragen von außen.

„Bei den älteren Jugendteam sind wir momentan in einem Umbruch, aber darin liegt ja immer auch eine Chance“, so der Coach.

Wichtig sei ihm, eine zweite und dritte Damenmannschaft als Unterbau zu haben. Immerhin: Eine zweite Frauenmannschaft gibt es inzwischen wieder. Sie spielt aktuelln in der Bezirksklasse und könnte der erste Schritt sein, um den Frauenbereich bei Südwest dauerhaft breiter aufzustellen.

Fußballfest bei DJK Südwest gegen Borussia Dortmund

Lob von BVB-Star Alexandra Popp: „Köln hat sehr leidenschaftlich gespielt“

Das Ergebnis war deutlicher als der Spielverlauf: Borussia Dortmund siegte im Spiel der Regionalliga West beim DJK Südwest mit 5:0. Und traf dabei auf einen Gegner, der lange Zeit auf Augenhöhe spielte.

Leuchtende Kinderaugen, friedliche Fangesänge, ein rasantes Fußballspiel und da alles bei strahlendem Sonnenschein. Was für ein Frauen-Fußball-Fest! Über 700 Zuschauerinnen und Zuschauer aus Köln und Dortmund, dazu rund 150 Kinder und Jugendliche von DJK Südwest erlebten ein Fußball-Spiel, das es so in der langen Historie unseres Vereins noch nicht gegeben hat.

Natürlich geht es beim Fußball um das Ergebnis. Und doch rückte es diesen Nachmittag für viele Fans etwas in den Hintergrund. Zu sehr schien der Sieger vor dem Spiel festzustehen. Dass so viele Menschen zum UKW (Unterer Komarweg) pilgerten hatte vor allem mit dem großen Namen des BVB zu tun. Und im Besonderen mit Alexandra Popp, die immer noch einer der größten Stars im deutschen Frauenfußball ist.

145 Mal spielte die mittlerweile 35-Jährige für die deutsche Nationalmannschaft, deren Kapitänin sie lange war. Popp war in den vergangenen 20 Jahren auch der Inbegriff für den Aufstieg des Frauen-Fußballs in Deutschland. Und ist heute für viele junge Mädchen ein Idol.

 

Foto: Alexandra Popp schrieb nach dem Spiel fleißig Autogramme

 

BVB-Star lässt niemanden ohne Autogramm zurück

In Reih und Glied standen fast 80 Kids nach dem Spiel geduldig, um ein Autogramm von Popp zu ergattern. Und auch der Star vom BVB zeigte Geduld. Und Ausdauer. Niemand ging ohne Unterschrift und Selfie mit Popp nach Hause. Das funktionierte auch deshalb so gut, weil alles sehr diszipliniert ablief. „Das hast du so in der Bundesliga nicht, weil da natürlich ein ganz anderes Sicherheitskonzept hintersteht – da kommen die Fans gar nicht so nah ran“, sagte Alexandra Popp.

Aber gerade diese Nähe schien der dreimaligen Fußballerin des Jahres zu gefallen. Aber auch DJK Südwest hat es ermöglicht, dass sich der BVB am UKW wirklich wohlfühlte. „Wir sind nicht überall so willkommen wie hier“, sagte der Medienverantwortliche Danny Fritz. „Das war alles sehr professionell vorbereitet.“

Über 20 Ordner waren unter Leitung von Dirk Bloeming im Einsatz. Dazu mindestens so viele Helferinnen und Helfer, die Essen und Getränke verkauften. Drei Wochen lang hat sich der Verein auf das Ereignis vorbereitet – es hat sich gelohnt. „Neben den 700 verkauften Tickets haben wir fast 400 Brat- und vor allem Currywürste verkauft – auch vegane“, so Bloeming weiter. Das Wichtigste sei aber gewesen, dass alles friedlich geblieben ist.

Die vielen Kinder und Jugendlichen hatten natürlich kostenfreien Eintritt. Auf der Gegengerade hatten sie direkt neben den Südwest-Frauen ihren eigenen Fanbereich.

 

Foto: Vor dem Südwest-Tor gab es weniger Gefahr als zu erwarten war

 

Alexandra Popp: „Sehr diszipliniert in der Abwehr“

Sportlich war es das zu erwartende Ergebnis. Aber das Team von Südwest hat sich großen Respekt verdient. „Köln hat heute sehr leidenschaftlich gespielt, das muss man sagen“, meinte Alexandra Popp.

Tatsächlich bot der Regionalliga-Aufsteiger dem Favoriten aus Dortmund lange Zeit Paroli. Bis zur Pause führte das Team um Kapitänin Popp nur mit 1:0 nach einem Eigentor.

Südwest kam sogar zu eigenen Torchancen. „Köln stand gar nicht so tief wie vermutet, sie haben mitgespielt und standen sehr diszipliniert in der Abwehr“, so Alexandrea Popp.

Auch nach der Halbzeit hielt Südwest noch lange Zeit mit. Das 2:0 fiel in der 56. Minute nach einem Abspielfehler. Aber das Team um Südwest-Kapitänin Nora Kersting kämpfte weiter mit hohem Einsatz.

 

Foto: Für das Team um Kapitänin Nora Kersting war das Spiel ein bleibendes Erlebnis 

 

Nora Kersting „Können stolz auf uns sein“

Mit einem schönen Schuss aus mittlerer Distanz erhöhte Lara Schmidt auf 3:0 für Dortmund. Sehr glücklich für den BVB dann das Eigentor zum 4:0 ehe Rita Schumacher in der 84. Minute den Schlusspunkt unter ein sehr unterhaltsames Fußballspiel setzte.

„Wir können wirklich stolz auf uns sein“, sagte Nora Kersting nach der Partie. „Unser Plan ist vor allem in der ersten Halbzeit gut aufgegangen. Diesen Elan gilt es nun mitzunehmen.“

Auch Ben Klotz, einer der Trainer im Team, hatte nur lobende Wort übrig. „Die taktische Disziplin war heute das A und O – sonst kannst du hier richtig unter die Räder kommen. Aber das Gegenteil war der Fall. Die Mädels haben richtig gut mitgespielt – eine Megaleistung.“

 

Foto: Feierten sich nach dem Spiel zurecht – die Südwest-Damen zeigten ein tolles Fußballspiel

 

Glückliche Gesichter auf allen Seiten

Und so sah man auf allen Seiten nur glückliche Gesichter. Bei den Kids nach ihrem Autogramm von Alexandra Popp, bei den Südwest-Damen nach einem Klasse-Fußballspiel mit vollem Einsatz, beim Tabellenführer BVB nach den nächsten drei Punkten und bei allen Zuschauern, die einen kurzweiligen Fußball-Nachmittag erlebten.

DJK Südwest bedankt sich bei der Rekordzahl von insgesamt rund 900 Fans am UKW und vor allem bei den fast 50 freiwilligen Helferinnen und Helfern ohne die das nicht möglich gewesen wäre.

Text: Norbert Hensen / Fotos: Jessica Sturmberg

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