Mitgliederversammlung wählt neuen Vorstand
Generationswechsel bei Südwest: Leon Bellinghausen folgt auf Michael Kosche
Die Mitgliederversammlung hat am 18. September 2026 einen neuen Vorsitzenden gewählt. Mit Sonja Heidel, Theresa Hoppe und Boris Pavic sind drei Neue im Vorstand. Erhöhung des Mitgliedsbeitrages mit deutlicher Mehrheit beschlossen.
„Nach 18 Jahren ist es Zeit, den Weg für eine jüngere Generation freizumachen“, sagte Michael Kosche auf der Mitgliederversammlung von DJK Südwest am 18. September 2026. Seit 2008 führte er den Verein als erster Vorsitzender. „Es war eine tolle Zeit, eine freundschaftliche Zusammenarbeit im Vorstand und ich denke, dass sich der Verein in eine gute Richtung weiterentwickeln konnte“, sagte Kosche.
Gemeinsam mit Kosche verzichtete auch Schatzmeister Heiko Borgmann, der seit 2011 dem Vorstand angehörte, auf eine neuerliche Kandidatur. Klaus Meinel, seit 2005 im Vorstand und bis zum vergangenen Freitag zweiter Vorsitzender des Vereins, erinnerte an einige Meilensteine. Dazu gehörte die Umwandlung des Ascheplatzes in ein modernes Kunstrasenfeld (2016) und zuvor der Bau des neuen Sportheims (2012). Möglich wurden diese Investitionen auch, weil sich die Zahl der Mitglieder seit 2009 mehr als verdoppelt hat. „Um als Breitensportverein handlungsfähig zu sein, müssen die Vereinsfinanzen höchste Priorität haben“, so Borgmann, der zum letzten Mal den Jahresabschluss vorstellte.
59.000 Euro Gewinn im Geschäftsjahr 2025
Das Jahr 2025 wurde mit einem Überschuss von 59.000 Euro abgeschlossen. Das Ergebnis habe sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. Die Einnahmen im normalen Vereinsbetrieb hätten sich kaum verändert, die Ausgaben seien dagegen stark gestiegen, so Borgmann. Der Jahresüberschuss sei nach Vorstandsbeschluss den bilanziellen Rücklagen zugeführt worden. Ein großer Teil der Rücklagen sei zweckgebunden – zum Beispiel zur Sanierung des Kunstrasenplatzes.

Foto: Klaus Meinel präsentiert den Tätigkeitsbericht des Vorstands
Neue Geschäftsstelle soll 2027 bezogen werden
Vor der Wahl des neuen Vorstands standen für den Verein wichtige Themen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung, zu der rund 50 Personen erschienen waren. In seinem Bericht über die Vorstandsarbeit der vergangenen zwölf Monate informierte Klaus Meinel, dass der Vorstand Anfang September 2026 einen Kaufvertrag über eine Immobilie auf der Neuenhöfer Allee unterzeichnet habe. „Mehr als drei Jahre lang haben wir eine Immobilie für eine neue Geschäftsstelle gesucht, weil die aktuellen Räume den Anforderungen nicht mehr genügen“, sagte Meinel, „wir haben nun endlich eine optimale Immobilie gefunden, und das zu einem sehr attraktiven Preis.“
Der Immobilienerwerb sichere dem Verein dauerhaft eine angemessene Räumlichkeit für die auf fünf Hauptamtliche erweiterte Geschäftsstelle. Da die Räumlichkeiten aus zwei Flächen (Büroeinheit und Kursraum) bestehen, könne der Verein die Immobilie in Zukunft zudem für Kursangebote nutzen.
Die Finanzierung erfolge zu 100 Prozent aus Eigenmitteln. „Sobald die neuen Räume bezogen werden können, fällt die Miete für die bisherige Geschäftsstelle weg. Durch die Sportfläche können in Zukunft zusätzliche Einnahmen erzielt werden“, erläuterte Klaus Meinel. Erwartet werde durch den Erwerb der Immobilie mittelfristig ein dauerhafter Überschuss. Mit dem Bezug der neuen Geschäftsstelle werde im zweiten Halbjahr 2027 gerechnet.

Foto: Michael Kosche führt als scheidender Vorsitzender als Veranstaltungsleiter durch die Mitgliederversammlung
Erhöhung der Mitgliedsbeiträge beschlossen
Der Blick in die nahe Zukunft war weniger positiv. Der stellvertretende Schatzmeister Ralf Beckfeld erläuterte, warum man schon für das Jahr 2026 mit einem negativen Jahresabschluss rechne. „Kostensteigerungen in der Geschäftsstelle, bei der Sport- und Materialausstattung sowie den Übungsleiter-Vergütungen führen dazu, dass das Ergebnis des normalen Vereinsbetriebs tief in die roten Zahlen rutschen werden“, sagte Beckfeld. Schon im Jahr 2027 sei mit einem Gesamtverlust von 60.000 Euro zu rechnen. Eine Erhöhung der Beiträge führe zu Mehreinnahmen von rund 90.000 Euro pro Jahr. Nur damit bleibe der Verein bis 2029 voll handlungsfähig.
Der Vorstand konnte die Notwendigkeit einer Beitragsanpassung mit Zahlen unterfüttern. Wie erwartet löste der Vorschlag, den Vereinsbeitrag um 3,00 Euro pro Monat ab dem 1. Oktober 2026 zu erhöhen, einige Nachfragen aus. Aber letztlich stimmte die Mitgliederversammlung bei zu diesem Zeitpunkt 33 Stimmberechtigten mit 20 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen für die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Die vorgelegte Finanzplanung 2026/2027 wurde ebenfalls beschlossen.

Foto: Der neu gewählte Vorstand mit (v.r.n.l.): Theresa Hoppe, Boris Pavic, Sonja Heidel, Christian Müller, Leon Bellinghausen, Klaus Meinel und Ralf Beckfeld
Vorstandswahlen: Leon Bellinghausen neuer Vorsitzender
Für den ersten Vorsitz stand Leon Bellinghausen zur Wahl. Der 33-Jährige war zuvor zwei Jahre lang im erweiterten Vorstand aktiv. Ohne Gegenstimme (und nur mit seiner eigenen Enthaltung) wählte die Mitgliederversammlung Leon zum Nachfolger von Michael Kosche.
Als zweite Vorsitzende wurde Dr. Sonja Heidel gewählt. Die Richterin am Amtsgericht in Köln ist genauso wie der selbstständige Bauingenieur Boris Pavic neu im Vorstand. Pavic wurde als stellvertretender Schatzmeister ebenso einstimmig gewählt wie Ralf Beckfeld als Schatzmeister.
Für den erweiterten Vorstand kandidierten drei Personen. Sportwissenschaftlerin Theresa Hoppe zog erstmals in den Vorstandskreis ein. Christian Müller, Dozent für Sportmanagement, bleibt dem Vorstand ebenso erhalten wie Klaus Meinel, der nach über 20 Jahren Vorstandsarbeit allerdings die Position des zweiten Vorsitzenden freimachte. „Wir haben uns sehr dafür eingesetzt, Frauen für den Vorstand zu gewinnen. Deshalb freue ich mich sehr, dass Sonja meine Nachfolge antritt. Ich möchte meine Erfahrung aber nochmal drei Jahre einbringen – das mache ich nun gerne im erweiterten Vorstandskreis.“
Als geistlicher Beirat wurde in Abwesenheit Hanno Sprissler wiedergewählt.

Foto: Michael Kosche (re.) und Heiko Borgmann erhielten die Ehrenmitgliedschaft
Michael Kosche und Heiko Borgmann werden Ehrenmitglieder
Am Ende ging es noch einmal um die ausscheidenden Vorstandmitglieder. „Die beiden haben über 8000 Stunden in Vorstandssitzungen verbracht – und das ist der kleinere Teil der vielen ehrenamtlichen Stunden der vergangenen Jahre“, rechnete Klaus Meinel vor. Borgmann und Kosche wurden von der Versammlung einstimmig zu Ehrenmitgliedern gewählt. Der neue Vorstand nimmt in den nächsten Tagen die operative Arbeit auf. „Ich bedanke mich bei Michael, Heiko und allen anderen im Vorstand sehr für die vergangenen Jahre, in denen ich viel lernen durfte“, sagte Leon Bellinghausen. „Und jetzt freue ich mich auf unser neues Team und die vielen Aufgaben, die vor uns liegen.“


